Breitenbach, Wilhelm

Wilhelm Breitenbach an Ernst Haeckel, Odenkirchen, 24. Dezember 1897

WILH. BREITENBACH

DR. PHIL.

ODENKIRCHEN, DEN 24/12.1897

Sehr geehrter Herr Professor!

Besten Dank für die Absendung der Tafeln, die ich Ihnen rechtzeitig wieder zurücksenden

werde. Von Bonn erhielt ich 15 Tafeln, so daß ich für den Vortrag ein reiches Anschauungsmaterial haben werde.

Mit großem Vergnügen habe ich die neue Auflage der „Natürlichen Schöpfungsgeschichte“

gesehen. Ich habe bereits 4 Exemplare derselben an einige hiesige Freunde verkauft. Sehr zu loben ist die Vermehrung der Tafeln. Daß Sie || den systematischen Theil nach der „Syst. Phylogenie“ umgearbeitet haben, muß Ihnen viele Arbeit für die neue Auflage gemacht haben. Es ist vorauszusehen, daß das Buch auch in seiner neuesten Gestalt seinen Weg machen und unserer Sache neue Freunde gewinnen wird. Was ich in meinem kleinen Kreise dazu thun kann, wird sicher und von Herzen geschehen. Gelesen habe ich die neue Auflage noch nicht, da ich augenblicklich || kein eigenes Exemplar mehr hier habe.

Ich habe hier einen jungen Freund, der wahrscheinlich im Sommersemester nach dort kommt, um Naturwissenschaft zu studiren. Er schwankt noch für die ersten Semester zwischen Jena und Freiburg, letzteres aber nicht wegen Weissmann, von dem er kaum etwas kennt, sondern aus rein äußeren Gründen. Auf jeden Fall wird er aber mehrere Semester zu Ihnen kommen.

In den letzten Tagen habe ich zum ersten Male die Geschichte || Conrad Deublers gelesen. War das ein merkwürdiger, interessanter Mann!

Ihre freundlichen Weihnachtswünsche gebe ich von Herzen zurück und bleibe in alter Anhänglichkeit mit den besten Grüßen

Ihr treu ergebener dankbarer Schüler Dr. W. Breitenbach

Mein Schreibkrampf quält mich noch immer stark.

 

Briefdaten

Empfänger
Datierung
24-12-1897
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 5965
ID
5965