Breitenbach, Wilhelm

Wilhelm Breitenbach an Ernst Haeckel, Odenkirchen, 19. Juli 1892

WILH. BREITENBACH

DR. PHIL.

ODENKIRCHEN, 19. 7. 97

Sehr geehrter Herr Professor!

Unter Kreuzband sende ich Ihnen den Jahresbericht des Naturw. Vereins zu Crefeld mit einem kurzen Referat über meinen Vortrag (Medusen resp.) und einen Dank des Vereins an Sie (pag. 5). Kann ich event. diesen Herbst oder Winter wieder einige Tafeln haben? Das Thema meines Vortrages steht zwar noch nicht fest; wahrscheinlich wird es über die

„verschiedenen Arten der Fort-||pflanzung oder über die Entstehung der geschlechtlichen

Fortpflanzung[“] handeln.

Ihre Büchersendung habe ich mit bestem Dank erhalten. Die „Dynamic Sociology“ von Lester

Ward enthält neben Bekanntem Manches Neue und Interessante. Auch finde ich in den Heften des „Monist“ hie und da etwas, was mich interessirt, aber doch nicht soviel wie ich vermuthete.

Mit großem Bedauern habe || ich den Tod Prof. Preyers erfahren. Ich habe dann und wann mit ihm correspondiert und erst im letztem Jahre erfreute er mich durch Zusendung eines von seinem Sohn angefertigten Portraits. Sein Colleg in Jena ist mir in dankbarer Erinnerung, seine Arbeiten habe ich immer gern gelesen, wenn Manches daran auch nicht recht zu billigen war. Im Ganzen glaube ich, ist es bedauerlich, daß er so früh gestorben ist.

Kürzlich las ich, daß Sie zum Geologen-Congreß wollen. Wenn || das der Fall ist, wünsche

ich Ihnen von Herzen glückliche Reise. Ich denke, Sie werden dort Gelegenheit nehmen, über Ihre vorzügliche neue Echinodermentheorie zu sprechen.

Ihre Schrift (Amphorideen und Cystoideen) ist außerordentlich klar, übersichtlich und anregend.

Haben Sie, verehrter Herr Professor, einmal wieder an meinen Wunsch betr. des Bibliographischen Institutes gedacht?

Mit bestem Gruße bleibe ich

Ihr dankbar ergebenster Schüler Dr. W. Breitenbach

 

Briefdaten

Empfänger
Datierung
19-07-1897
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 5931
ID
5931