Heitgen, Carl

Carl Heitgen an Ernst Haeckel, München, 3. Januar 1869

Euer Hochwohlgeboren!

Ihrem soeben erhaltenen werthen Schreiben nach, stellt sich heraus daß die Herren dahier, gerade wegen die von Ihnen gewählte doppelte Abgüße, den zweiten von den übrigen noch mit annehmen wollten, so rathete ich Herrn Bergrath zu gedulten, bis wieder mehrere verferdigt werden, um einzelne zu diesem Preiße abgeben zu können, auch stellte sich von den 5 Stück erlaubte als die geringsten die Summa heraus nämlich 16 Thaler, um welche sich wirklich nicht lohnt, die Kiste wieder umzubacken, und schickte sie sogleich zur Güterexpedition in der Hoffnung dieselbe Sie baldigst zu erhalten.

So ungern die Herren dahier die gelungenen Abgüße abschicken sahen, welche ich ihnen doch wieder ersetzen kann, würde aber mir um so leider thun , wann Sie die Duppleten nicht, in Sammlungen, am Ende in Händler Händen kommen ließen, besonders || an welche, wie Krantz etz., deßen Arbeit ich, ohne ihn zu kennen offen thateln muß, daß ich mich schähmen müßte, solche Arbeit, in ein Museum zu liefern, wie wir welche von ihm hier haben, die ich für naturwissenschaftlichen Studien für unbrauchbar halte , von einem Maurer Lehrling dahier, wird eine bessere Arbeit verlangt, und bei Abtretung in solchen Händen, würden Sie zur Zeit durch deßen Vervielfältigung die Abküße so verunklimpft sehen, daß man sich keine richtige Idee machen kann, wie das Original im versteinerten Zustand eigendlich aussieht, und an Werth verlieren (bitte meine Meinung nicht für unwahr zu halten).

Von Coeloptychium wie in meine letzt bemerkte Preiße schon angegeben, machte ich nur 1 Stück der er doch nicht von dem, von Ihnen selbst gewählten ist, könnte aber (wann sie Herrn Professor Zittel Bedreff dem Solanocrinus ersuchen) noch einen mitsenden besonders jetzt würden Sie den in Händen gehabten || in anderen Ansehen finden, als damals. Da ich demselben ganz rein aus präparirte, und sollten Sie noch einzelne Abgüße wünschen bitte ich mir zu schreiben, da nun Gelegenheit gegeben wäre, mit denen für Herrn Bergrath und Suess mitmachen zu können.

Einer baldigen Nachricht, der richtigen Erhaltung der abgegangenen Kiste entgegensehend verbleibt in besonderer Hochachtung

ergebenst

C. Heitgen

Präparator am Palaeontologischen

Museum Academie der Wissenschaften

Neuhauser Gasse Nro. 51

München den 3/1 69.

B) bitte die Abdr. wie oben zu gebrauchen, wegen Ihre Adr. Naturalienkabinet, brauchte die geschickte Post dahier, das Adreßbuch um meine Wohnung zu finden.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
03-01-1869
Entstehungsort
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 46434
ID
46434