Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Wilhelm Bölsche, Jena, 24. Januar 1902

Zoologisches Institut

der Universität Jena.

Jena 24.1.1902.

Lieber Herr Bölsche!

Für Ihre freundlichen Mittheilungen über „Aesthetik “ und deren dürftige Litteratur danke ich Ihnen bestens; – nicht minder für die trefflichen Photogramme von Ihnen und Ihrer lieben Frau, die mich sehr erfreut haben.

Zu Ihren höchst erfreulichen litterarischen Erfolgen – über die ich mich ebenso im Interesse Ihrer Person, wie unserer guten Sache freue, – sende ich Ihnen meinen aufrichtigen Glückwunsch ; sie kommen auch mir zu Gute, da Sie meine Arbeiten immer so freundlich berücksichtigen. ||

Mit Vergnügen erfülle ich Ihren Wunsch, dem neu herauszugebenden Bande Ihrer gesammelten kleineren Aufsätze einige von meinen malayischen Aquarellen in Farbendruck beizufügen. Ich habe dagegen nur das Bedenken, daß die meisten zu skizzenhaft und unfertig sind. Das nachträgliche Fertigmachen durch eine fremde Hand (– selbst von einem guten Künstler –) hat immer sein Mißliches. Falls Ihr Verleger, Dr. Bondi, darauf eingeht, bitte ich nur um Beantwortung folgender Fragen: ||

1. Wieviel Tafeln?

2. Welche Größe des Bildes (ohne den weißen Rand)?

3. Format hoch oder breit? a (Meine Vulcan-Skizzen sind breit, die Urwald-Skizzen hoch, – Format ungefähr doppelt so groß, wie Fig. 30, S. 119 in „Insulinde“ (Wasserfall am Tjiburrum).

4. Bis Wann wollen Sie die Skizzen eingesandt haben? Ich bin jetzt ganz von den 3 letzten Heften der „Kunstformen der Natur“ in Anspruch genommen, die mir viel Mühe machen.

Mit besten Grüßen an Sie und Ihre liebe Frau

Ihr alter

Ernst Haeckel.

a gestr.: 4

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
24-01-1902
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
Biblioteka Uniwersytecka we Wroclawiu
Signatur
Handschriftenabteilung, Böl.Hae.81
ID
42211