Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Carl Gottlob und Charlotte Haeckel, Wien, 15.5.1857

Wien Freitag 15/5 57.

Liebe Eltern!

Da Richthofen schon heut Abend abreist, konnte ich den Brief, den ich durch ihn euch schicken wollte, nicht mehr vollenden und werde ihn daher später vervollständigt nachsenden, indem ich mich heute mit einem herzlichen Gruße begnüge. Wenn es euch nicht zu viel Unruhe macht, möchte ich euch bitten, Richthofen während der wenigen Tage seines Aufenthaltes in meinem Zimmer wohnen zu lassen. Er hat mir hier so viele und große Freundlichkeiten erwiesen, daß ich ihm gerne womöglich wenigstens in etwas dieselben erwiedern möchte, abgesehen davon daß er ein so lieber, netter Mensch ist, wie wenige meiner Bekannten. Ich würde ihn euch schon durch den vor 3 Tagen abgesendeten Brief angemeldet haben, wenn er es mir nicht ausdrücklich untersagt hätte. Alles Übrige wird er selbst noch mündlich melden. Nochmals herzlichsten Gruß von eurem alten

Ernst.

Vorgestern Abend war ich in einer sehr netten Gesellschaft bei Prof. Ludwig, der mich ebenso wie Prof. Bruecke, äußerst freundlich aufgenommen hat und von dem ich sehr viel lernen kann.

[Adresse auf p. 4:]

Herrn Oberregierungsrath / Haeckel / Berlin / Hafenplatz 2.

 

Briefdaten

Verfasser
Datierung
15-05-1857
Entstehungsort
Entstehungsland
Zielort
Berlin
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 37747
ID
37747