Haeckel, Charlotte

Charlotte Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 11. Mai 1877

Potsdam 11/5 77.

Mein lieber Ernst!

Herzlich danke ich Dir für Deinen heute erhaltenen Brief, der mir eine große Beruhigung ist, da Du mir schreibst: Ihr, meine Lieben, wäret gesund. Auch freue ich mich, daß ich die Freude haben werde, Euch Pfingsten hier zu sehn; richtet Euch nur so ein, daß Ihr so lang, wie irgend möglich, bleibt. –

Freilich wäre es mir lieb, wenn klein Emma auch mitkäme; doch wenn Ihr es für sie besser findet zu Hause zu bleiben, so ist es vielleicht auch das Richtige und ich muß mich drin finden; zumal wenn Ihr, wie es nach Deinem Brief scheint, nicht lange bleiben könnt, ich dachte schon, wenn Du nicht lange bleiben kannst, ob Agnes dann mit den Kindern länger bliebe, da sie dann || einmal die Reise gemacht; doch dann muß sie auch Emma mitbringen, sonst hält Agnes nicht aus. – Jedenfals wünsche ich aber, daß Ihr alle bei mir wohnt, wenn Ihr auch fürlieb nehmen müßt; aber da hat man am meisten; später, wenn ich zur Ruhe gegangen, könnt Ihr bei Karl wohnen. Sobald Ihr mir sagen könnt mit welchem Zug ich Euch erwartten kann, sagt mir auch: ob Charlotte u. Emma mitkommen. ||

Gestern war Bertha bei mir, wir assen Mittag bei Karl; Nachmittag holte Nözel Karl mit Marie und die [!] drei Jungen ab, und fuhr mit ihnen nach Werder um die Baumblüthe zu sehn; ich freute mich, daß Karl heraus kam; Gott erhalte ihn gesund.

Sei mit Agnes und den Kindern innig gegrüßt von

Deiner

alten Mutter

Lotte.

Vergiß nicht, die verlooste Rhein Papiere mitzubringen.a

a Text weiter am unteren Rand von S. 1: Vergiß nicht … Papiere mitzubringen.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
11-05-1877
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 36729
ID
36729