Haeckel, Karl

Karl Haeckel an Ernst Haeckel, Potsdam, 9. Mai 1877

Potsdam

9 Mai 77.

Lieber Bruder!

Ich danke Dir für Deine innige Theilnahme. Verzeih, wenn ich Dir noch nicht geschrieben, aber was sollen da Reflexionen? Mir geht es so gut, als es unter den Umständen Einem gehen kann. Der kleine Friedel gedeiht bis jetzt. Die Amme scheint eingeschlagen zu sein. Die andern Kinder sind rührend bemüht, mir die schwere Zeit zu erleichtern. Namentlich hat mir unser Heinz gestern einen sehr wohlthuenden Brief geschrieben. Der Junge ist mächtig gereift durch den schweren Schlag.

Ich freue mich recht Dich um Pfingsten hier zu sehen, Solltest Du noch die Deinen || mitbringen, so geht es sehr gut an bei uns 3-4 Personen in unserm Seitenflügel unterzubringen. Laß Dich also dadurch nicht abhalten, daß bei uns es jetzt anders ist. Die Töchter würden sich ebenso wie ich eben so sehr freuen. [!] Schreibe mir aber hierüber bald.

Der Malvasier u. Acheyer ist richtig angekommen u. gestern ausgepackt. Besten Dank!

Dein

treuer Bruder

C. Haeckel

Würde Dich die Grabrede von Schwager Lisco interessiren?

Ich habe sie in Abschrift.

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
09-05-1877
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 35086
ID
35086