Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Leopold Besser, Jena, 21. März 1900

Jena 21.3.1900.

Hochverehrter Freund!

Beifolgend sende ich Ihnen und Ihrer lieben Frau das „Lebensbild“ des bösen Monisten, den Ihr frommes und gottesfürchtiges Haus im August 1898 zu beherbergen das Unglück hatte. Hoffentlich ist inzwischen durch den Exorcismus der Heiligen Theologen in Bonn die Athmosphaere wieder ganz gereinigt! ||

Ihre freundlichen Zuschriften, für die ich bestens danke, habe ich beherzigt – soweit möglich! Mit den lieben Theologen und Metaphysikern wird man nie fertig.

Wir haben hier 5 böse Influenza-Wochen hinter uns – das ganze Haus krank! Ich kann jedoch seit einigen Tagen wieder arbeiten und denke am 29. d. M. auf 8 Tage nach Berlin zu gehen. Sollte ich später (Mitte April) noch auf 8 Tage nach || Heidelberg und Baden-Baden gehen können (– was ich zwar hoffe, aber bezweifle! –) so würde ich es Ihnen noch mittheilen. Ihre liebe Frau wollte ja wohl auch dorthin kommen?

Mit herzlichsten Grüßen an Sie Beide und an die glückliche Fräulein Braut

Ihr treuer alter

Ernst Haeckel. ||

[Adresse]

Herrn und Frau | Dr. L. Besser. | Bonn.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
21-03-1900
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 31828
ID
31828