Fürbringer, Max

Max Fürbringer an Ernst Haeckel, Jena, 20. März 1895

Jena, 20.3.1895.

Lieber und hochverehrter Freund!

Wenn dieser Brief in Deine Hände kommt, sind wir abgereist; hoffentlich läuft alles gut ab. Jedenfalls wird Deine gütige Mahnung zur Vorsicht dankbar und folgsam von uns allen befolgt werden.

Dieses Mal hatte die Influenza mich besonders stark gepackt, hat mich aber früher losgelassen, als wir anfangs befürchteten. Gestrenge Herren regieren nicht lange.

Leider zeigt uns Dein lieber Brief, dass es bei Dir und Deiner lieben Frau nicht besonders geht. Wir senden Euch die herzlichsten Wünsche! Möge ein sonniger, warmer Lenz bald wieder gut machen, was dieser stupide Winter gesündigt!

Auf gutes, fröhliches Wiedersehen, vielleicht in Italien, nach vollendeter genereller Morphologie!

Herzliche Grüsse und Wünsche von Haus zu Haus

Dein treu und dankbar

ergebener

M. Fürbringer.

Verte!||

Sollte Dich eventuell der Curator über Chrysander’s Meldung zum Staatsexamen hier (die wohl jetzt in seinen Händen ist oder demnächst in dieselben kommt) befragen, so plaidire, bitte, recht warm für seine Zulassung. Die Frage ist sehr wichtig für ihn, die Bedingungen sind alle erfüllt (auch Müller ist durchaus dafür) und fleißig ist er auch gewesen, weshalb ich seinem Examen mit guten Hoffnungen entgegensehe. Ich habe Chr. geraden, sich hier zu melden, nachdem er mir die Verhältnisse dargelegt.

M. Gr.

Dein

M. F.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
20-03-1895
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 1297
ID
1297