Weiß, Luise

Luise Weiß an Carl Gottlob Haeckel, Berlin, 12. August 1864

Berlin den 12. Aug. 64.

Mein lieber verehrter alter Freund!

Meinen Dank für Ihren Brief und für Ihre freundliche Theilnahme an mir überhaupt, muss ich in einigen Zeilen noch aussprechen, ehe Sie mit Ihrer lieben Frau Jena verlassen und dem geliebten Riesengebirge zueilen, um dort einige Linderung wenigstens zu finden von den rheumatischen Beschwerden über die Sie klagen; mögen Sie ganz erleichtert nach Berlin zurückkehren! – Ein zweiter Grund noch einmal zu schreiben, ist mir, dass ich Ihnen mittheilen möchte, dass ich noch zu Pinders nach Jarzombkowitz zu gehen, mich entschlossen habe, da ich mich jetzt wohler fühle – Pinders mir dringend zureden – ich ganz verlassen jetzt hier wäre, und zu guter letzt – d. h. seit gestern – die Hoffnung hege, dass Veronika Parthey mich begleitet zu Pinders! Das wollte ich Ihnen gern noch vor Ihrer Abreise von Jena mittheilen.

Donnerstag d. 18. reise ich ab, bis Breslau, wo ich übernachte; Freitag Mittag bin ich bei Pinders, denke 14 Tage dort zu bleiben und in den ersten 8 T. des Sept. jedenfalls wieder in Berlin zu seyn. Dann werden wir uns also wiedersehn! worauf ich mich sehr freue. – Montag reisen Beyrichs ab, nicht nach dem Rhein, sondern nach Tyrol und Bayern. Ich will noch ein Blatt an Ernst schreiben, da mir Beyrich einiges aufträgt an ihn. – Am Mittwoch? war Frau Sethe ein Stündchen bei mir; erfreut wie’s schien durch die Verlobung ihres Sohnes. Doch, ich muss schliessen; grüßen Sie Ihre gute Frau von mir.

Ihre getreue Freundin L. Weiß.

a Grüssen Sie doch P. Steudtners in Petersdorf.

a weiter am Rand v. S.1

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Datierung
12-08-1864
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 16612
ID
16612