Lieber Vater, besten Dank für die illustrierte leipziger u. die jenaische Zeitung mit Deinen ermunternden Worten! Da giebts nach dem Kriege freilich für ein Jahrhundert Arbeit über Arbeit in jeder Beziehung. Hoffentlich kann unser Volk diese dann überhaupt noch leisten, denn der Männermangel der besten tatkräftigsten Jahrgänge wird ungeahnte Schwierigkeiten bereiten. Seit Gründonnerstag hocke ich an Mittelohrkatarrh u. Influenza daheim. Bei dem schauderhaften winterlichen Wetter habe ich mich im neuen Beruf der Landvermessung erkältet, hoffe aber bis nach den Feiertagen wieder hergestellt zu sein. – Ingeborg u. Helga sind mit Resi am gleichen Tage zu deren Eltern aufs Land, nach Dünzelbach unweit Augsburg, und geniessen trotz des frostigen Frühlings begeistert Kuhstall u. Misthaufen. So haben wir wenigstens für 8 Tage Ruhe u. nur den übermütigen Stammhalter zu betreuen. Meyers werden wohl am 21. d. M. hier erscheinen, da er einen Kolonialvortrag hält. Ob wir die Kolonien je wiedersehen? – Im übrigen wäre es Zeit für warmes sonniges Wetter, man sehnt sich ordentlich nach einem erheiternden Gesicht der Mutter Natur, wo die Welt so arg in Banden liegt! – –.