VICTOR FRAENKL
RECHTSANWALT
BERLIN W, DEN 24. Februar 1900
KÖTHENER-STRASSE 1.
Hochverehrter Herr Professor,
nehmen Sie, bitte, meinen ausgezeichneten Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilen entgegen! Wir bedauern von Herzen, daß Sie zur Zeit erkrankt und so außerstande sind, unsere Bitte zu erfüllen. Wir erlauben uns trotzdem, dieselbe zu wiederholen und stellen Ihnen ergebenst die Bestimmung des Termins völlig anheim. … in Ihrem gefl: Schreiben heißt es, daß Sie „bei so hervorragender Gelegenheit gern einmal der guten Sache der Wahrheit einen Dienst geleistet hätten.“ Dieser Passus || ermuthigt uns zu diesem erneuten Versuch …. Dena Berufensten zum Kampf für die Wahrheit haben wir in Ihnen, hochgeehrter Herr Professor ……. und so bitten wir Sie herzlich, uns Ihre Mitwirkung nicht zu versagen. Wir sind überzeugt, daß die von uns geplante Veranstaltung (Bekenntnis zum freien, modernen Geist, zum Monismus, Protest gegen Knechtsinn und Muckerei – Anknüpfung an Giordano Bruno) eine außerordentliche Theilnahme erwecken wird und Sie davon befriedigt sein werden. –
Hochgeehrter Herr Professor, ich hoffe, || daß sie auf diese Zeilen mit einem geneigten „Jah“ antworten werden, und zeichne mit verbindlichstem Dank im Voraus und vorzüglicher Hochschätzung
Ihr ganz ergebener
Victor Fraenkl.
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