Bölsche, Wilhelm

Wilhelm Bölsche an Ernst Haeckel, Friedrichshagen, 26. März 1918

Friedrichshagen

b. Berlin,

Seestr. 63.

26.3.18.

Lieber Freund!

Glücklich wieder hier angelangt, möchte ich Dir noch einmal herzlichsten Dank sagen für die schönen Stunden bei Dir. Die Abreise vollzog sich glatt, und ich habe dann noch weitere hübsche Vortragstage gehabt. In Breslau war ich, was Dich interessieren wird, mit Dr. Schottländer zusammen, der, mit großen Mitteln gesegnet, ein Unterseeboot für zoologische Zwecke konstruiert hat, das nach dem Kriege wertvolle Ergebnisse verspricht. || Nach dem Kriege! Na im Augenblick sieht‘s ja sehr erfreulich aus, wenn‘s glatt so weiter geht.

Wie reizend war die Frühlingsstunde im „Paradies"! Ich werde noch oft an sie zurückdenken.

Ich möchte doch sehr gern in absehbarer Zeit noch einmal eigens nach Jena herüberkommen, um mir das Archiv einmal genau anzusehen, wozu leider bei beiden letzten Malen die Zeit nicht langte. Ich denke mir, daß da doch im Einzelnen noch || allerlei zu fragen und zwischen uns durchzusprechen sein könnte. Bei meiner diesjährigen Sommerübersiedelung nach Schreiberhau werde ich den kleinen Abstecher in die Reise einlegen.

Also auf frohes Wiedersehen nochmals mit liebem Dank

Dein

getreuer

Wilhelm Bölsche

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
26-03-1918
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 9748
ID
9748