Bölsche, Wilhelm

Wilhelm Bölsche an Ernst Haeckel, Friedrichshagen, 11. November 1891

Friedrichshagen b. Berlin. Wilhelmstraße 72.

11.XI.91

Hochverehrter Herr Professor!

Zunächst herzlichsten Dank für die freundliche Uebersendung der „Anthropogenie". Wie sehr mir die Neubearbeitung gefallen, mögen die beifolgenden gedruckten Zeilen in dem Hefte der Berliner Wochenschrift „Freie Bühne" Ihnen andeuten, − sie sind unmittelbar nach dem ersten Eindruck niedergeschrieben.

Vielleicht amüsiert es Sie, das Gesicht des Poeten, dessen Roman Sie mit so freundlichem Interesse gelesen, durch die beifolgende Photographie || kennen zu lernen. Offen gestanden habe ich aber dabei noch einen kleinen egoistischen Gedanken. Seit längerer Zeit ist ein treffliches Portrait von Ihnen Hauptzierde meines Arbeitszimmers. Durch meinen Freund Karl Hauptmann aber lernte ich gelegentlich eine Photographie kennen, die Sie im Jagdkostüm Ihrer indischen Reise darstellt. Sollten Sie, verehrter Herr Professor, von dieser Aufnahme noch ein überzähliges Exemplar besitzen, so würden Sie meiner Frau wie mir damit eine besondere Festfreude machen können, da uns beiden grade jene Aufnahme so besonders gut gefiel.

In treuer Verehrung Ihr

Wilhelm Bölsche.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
11-11-1891
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 9551
ID
9551