Anonym

Anonym an Ernst Haeckel, Leipzig, 1907

Leipzig.

Anno 1907.

Herr Proffesor Häckel,

Betreffs Ihres Buches, die Welt-Rätsel, kann mann nicht umhin, als Ihnen zu schreiben, das es ein böses Unterfangen ist, mit seiner geschaffenen, menschlichen Vernunft, Gott den HERRN den gewaltigen Schöpfer der Welten! zu umspannen ja, furchtbarer Frevel! Ihn den hochgelobten! keck wegzuleugnen! Alle Rätsel der Welt sind durch Erscheinung Christi auf Erden gelöst! || Wer allerdings den herrlichen christlichen Glauben, der durch Christo als einzige Wahrheitvoll und ganz erwiesen ist, keck von sich wirft und sogar dagegen schreibt o wehe! Dieser Mensch wird Joh. 5: 26–29!!.a nächstens zur linken Seite gestellt werden! – Dann ja wird Heulen u. Zähnklappern der Lohn sein für solches „wissenschaftliches“ Gebahren! Das vergängliche Lob der Welt wird den ewigen Fluch Christi weichen müssen. Zum Vergnügen hat sich unser aller Heiland nicht an’s Kreuz schlagen lassen! Sie Herr Proffessor nach den || Darwinischen Recept! haben natürlich keine Lust sich an’s Holz annageln und langsam zu verbluten, und dann würden Sie für Ihre eigenen Sünden einfach büßen! aber, aber der Welt-Heiland ohne Sünde – das reine Opferlamm Gottes, der wahrhaftige Hohepriester – welcher einstens das endgiltige letzte Wort zu sagen hat und – wird! Mathä 8: 10–13!b Wir Christenleute haben selbstverständlich mehr zu verantworten als ein Wilder welcher nie von Gott u. seinen Worte je ein Worte gehört hat! Glauben Sie denn Herr Häckel die || Profeten, Apostel und alle gewaltigen Liederdichter, einschließlich unseres gewaltigen, großen, gottbegnadeten Luther sind Nullen gewesen und noch?! Bei aller Ihrer Kenntnisse Herr Häckel, reichen Sie doch allen in Wahrheitsdingen das Wasser nicht!! Offenb. 22: 18–19!c – – –

Suchen Sie in rechter Umkehr und Buße Ihr frevelndes Gebahren zurück zu rufen so viel es eben noch möglich ist, – und flehen Sie kniefällig unsern HERRN u. Heiland mit Bitten an, um Vergebung und Erhörung! fürchten Sie nicht den Spott u. Gift der ungläubigen Welt es wird für Ihre Seele gewiß Segen haben denn sonst ist eben die finstere Ewigkeit Ihrer Seele Los.

Hier auf Erden gilt Gold und Silber u. dort in der Ewigkeit aber nur Christi Blut!!!

– – – Also! – – –

a eingef.: Joh. 5: 26–29!!.; b eingef.: Mathä 8: 10–13!; c eingef.: Offenb. 22: 18–19!

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
??.??.1907
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 9502
ID
9502