Ehe Du aufbrichst um die sonnige Wunderwelt des Orients aufzusuchen, drängt es mich Dir noch ein herzliches Wort zu senden, denn ich habe das geheime peinliche Gefühl Du wärst
sehr unwillig auf mich, daß ich Dich eine Zeit mit vergeblichen Hoffnungen auf meine Begleitung hingehalten habe. Wärst Du mir wirklich böse deshalb, so würde mich das sehr sehr bedrücken und betrüben. || Du bist und bleibst einmal einer der liebsten und besten Menschen, die ich auf Erden mein nenne und so mag es Dich nicht wundern daß ichs nicht lassen kann Dir vorher noch zu schreiben. – Du magst mir zu glauben daß ich lange u ernstlich bald mit mir selbst, bald mit Andern die Sache erwogen u von allen Seiten betrachtet ud lange lange hin und her geschwankt habe, ob ich selbst nicht trotz allen Abrathens mit reisen sollte und sei die Reisezeit im Verhältniß zu der übermächtigen Fülle von Objekten auch noch so knapp – da trat etwas ein || was mir den letzten Rest der Reiselust wohl nehmen mußte. Ich bekam ganz unerwarteter Weise einen höchst ärgerlichen Process in Betreff eines abgeschlossenen Handels über eine bedeutende Quantität Mauerziegel. – Das gab den Ausschlag. Bedaure mich nur zürne mir nicht mein lieber Junge. –
Dir aber sende ich tausend Glückwünsche mit auf die Reise ud will alle Mächte anflehen die da herrschen in Luft, Erde u Meer, in den Höhen u Tiefen daß sie meinen theuren Häckel || schützend geleiten mögen ihm verleihend alle Genüße ud Wonnen des Leibes u der Seele (im Fall das Zweierlei ist) wie sie nur je einem Wandrer zu Theil geworden sind ud a zuletzt eine glückliche Heimkehr zu den Deinen. Nur bringe uns Allen b Dein Herz in neuer Frische u alter Treue wieder mit zurück.