Rfelth. 29 Juli 70.
Herzlieber Häckel.
Verlange keinen langen Brief. Wer hätte Stimmung u Ruhe zu gemüthlichem Schreiben in diesen tief u mächtig bewegten Tagen, a Tagen wie sie unser Vaterland b noch nicht erlebt hat, so lange seine Berge stehen. Welch eine Zeit! Wie groß, wie erhebend wie reinigend, wie einigend. – Es muß ja gelingen, c es wäre ja ein Jammer wenn solche herrliche Erhebung nicht auch herrlichen u glanzvollen Ausgang nehmen sollte. Und dann wird ein goldenes Zeitalter d für unser theures Vaterland kommen. –
Daß ich jetzt nicht ans Reisen denken mag wirst Du natürlich finden. ||
Dank aber für Deine freundliche Einladung dazu u besten Glückwunsch zu der Deinen.
Erst ist hier in meiner Heimat meine Aufgabe u später denke ich als Johanniter, Hospitaliter oder wie es heißt zum Heere [zu] gehen u dort der großen e u heiligen Sache meine Kräfte zu widmen.
Dank auch für Deine intressante Sendung. (Den Daumer (!) erhältst Du nächstens zurück.
So leb denn wohl mein Junge, grüße mir Weib u Kind* u behalte lieb
Deinen treuen
H. Allmers
* Denke Dir erst jüngst entdeckte ich die separat eingewickelte Photographie || desselben (auf dem Schooße der Mutter) die ich beim Öffnen des Pakets gänzlich übersehen hatte.
Welch ein prächtiger Junge! wie lieb u treu die schönen großen Augen. Grad so mußt auch Du einst ausgesehen haben ud hast mir eine rechte Freude damit gemacht. –
a gestr.: diesen; b gestr.: nicht g; c gestr.: das; d gestr.: kommen; e gestr.: Sac