Hermann Allmers an Ernst Haeckel, Rechtenfleth, 17. November 1868

Rechtenfleth d. 17 Nov. 68

Mein herzlieber Haeckel

Was beim letzten Schreiben an Dich im ersten Drange des Gefühls ungestüm u mächtig hervorquoll hat sich nun geläutert, geklärt u vollendet. So nimm denn diese Blätter als ein kleines Zeichen meiner treuen u innigen Liebe zu Dir, theile Deinen lieben Eltern Deinem Bruder Deinen besten Freunden u Allen denen davon mit welchen Du Freude damit bereiten kannst; ein Blatt aber lege bei Seite und gieb es Deinem lieben Sohne nach Jahren || und so recht in passender Stunde etwa an seinem Confirmationstage oder wenn er zum ersten Male von Dir geht in die Welt hinaus. Giebs ihm mit einem Herzensgruße von mir, gleichviel ob ich dann noch lebe oder a ob mein Herz schon vermodert ist. Es ist ein namenlos seliges Gefühl für mich zu denken jene Worte könnten ihm einst eine heilige segenbringende Stunde bereiten. –

Gruß u Händedruck auch Dir mein Junge, Gruß der jungen Mutter, Segen dem Gebornen.

Dein treuer

Hermann.

a gestr.: schon

Brief Metadaten

ID
8643
Gattung
Brief ohne Umschlag
Entstehungsort
Entstehungsland aktuell
Deutschland
Entstehungsland zeitgenössisch
Preußen
Datierung
17.11.1868
Sprache
Deutsch
Umfang Seiten
2
Umfang Blätter
2
Format
12,6 x 20,5 cm
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 8643
Beilagen
Fehlt (Druck des Gedichtes des in BID 8642 entworfenen Gedichtes
Zitiervorlage
Allmers, Hermann an Haeckel, Ernst; Rechtenfleth (Weser); 17.11.1868; https://haeckel-briefwechsel-projekt.uni-jena.de/de/document/b_8643