Bamberger, Johann

Johann Bamberger an Ernst Haeckel, Hamburg, 16. Februar 1919

Hamburg zum

16 Februar 1919.

Sehr geehrter Herr

Professor Ernst Haeckel.

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Jahre sind es heute, die Euer Exsellenz in Gott-Natur erleben durfte, auf Erden eine schöne gesegnete Lebenszeit als ein köstliches Geschenk des Glückes in der Gesundheit verliehen, daß ist wohl gewiß herrlich zu dem unermüdlichen Wirken, daß da vom Geiste eines edlen Menschen gleich Sonnenstrahlen die Menschheit durchflutet, von Euer Exsellenz anzunehmen || in innigster Dankbarkeit!

Nicht anders weiß ich die Verdienste Euer Exsellenz zu schätzen, als daß ich meinen unaussprechlichen Dank darbringe für das Schöne, Wahre und Gute, daß mir sowie meiner lieben Frau, und meinem lieben Sohne so wohlgetan, auch in der schweren Zeit des schrecklichen Krieges als glückliche Menschen waren, daß der Gedanke, alles Leben kann nur der Mensch führen und leiten, eine Tatsache ist, die niemals gestürzt werden kann. Die Wissenschaft ist Sieger!! Der Siegespreis gebürt dem ehernen Greiß Sr. Exsellenz Professor ||

Ernst Haeckel.

Hierzu bringe ich meinen innigsten Glückwunsch in der Hoffnung, daß Euer Exsellenz in Gesundheit fener das Lebensglück beschieden sei! Mit freundlichen Gruß

Ihr dankbarer

Johann Bamberger.

Hornerlandstr. 66. Hamburg

Gruß und Dank von Frau u. Sohn.

Der Menschheit dientest Du!

Du dientest der Menschheit mit Deiner ganzen Kraft

In der Überzeugung die Dein Geist verspürt,

daß das was man in die Liebe zur Wahrheit schafft,

Für die Menschheit zum Nutzen und Segen führt,

Nichts anderes wolltes Du als nur daß zu sein, ||

Ein Mensch!

In heiliger Tat zu schneiden das Band,

Eingefügt den feinsten und kostbarsten Edelstein,

worauf das Wahre, Gute und Schöne stand!

Weithin ja weithin über die schöne Erde

Breitest Du Meister Haeckel das Beste aus,

Du wolltes, daß Gott-Natur dem Menschen werde

Zum ewigen Paradies – zum Gotteshaus!

Wohlan! Ernst Haeckel! Es wird die Stunde schlagen,

Wo neues freies Leben auf Erden lebt,

Wo der Mensch wird jubeln und begeistern sagen:

Ernst Haeckel hat stets für die Wahrheit gestrebt!

Heil dem großen Meister!

Heil Dir im Siegerkranz

Meister der Wissenschaft.

Heil Haeckel Dir!

Gabst Deinen edlen Sinn

Gern für die Menschheit hin,

das Wahre zu verleihen: Heil Haeckel Dir!

Mensch willst Du

Frei und glücklich werden,

So leih der Wissenschaft Dein Ohr,

Die Wissenschaft nur schafft auf Erden

Des Lebens-Paradies hervor.

Johann Bamberger.

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
16-02-1919
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 8183
ID
8183