Bathe, Marie

Marie Bathe an Ernst Haeckel, Potsdam, 24. Januar 1912

Potsdam, d. 24.1.1912.

Vor ungefährt ¼ Jahr schrieb ich an den Herrn Professor und erhielt zur Antwort: „Der Herr könne sich nicht besinnen, ich müßte deutlicher werden; zudem sei der Herr schwer krank“; dieses letzte erschreckte mich so, daß ich alles unterließ. Nun komme ich zu Ihnen mit einer Bitte und bitte sie dringend um Antwort, wie sie auch ausfallen sollte. Hat der Herr Professor einen Sohn der Zahlmeister in Potsdam war?? so bin ich an der richtigen Adresse. Dann sind Sie auch schon lange beim Herrn Professor und können mir vielleicht die Adresse || des jungen Herrn mitteilen;? oder Ihm diesen Brief zu senden; (mein Name sagt Ihm dann schon Alles andere;) und Er versprach mir damals so bestimmt Antwort, auch wenn ich zu spät kommen sollte. Würden Sie so gut sein dieses zu tun?, ich glaube Sie a erweisen dem jungen Herrn einen guten Dienst damit. Es ist so drückend einen Unbekannten, wie Sie mir sind, so zu belästigen, wie ich es jetzt tue, ich weiß mir aber sonst keinen Rat mehr. Der junge Herr machte es mir 1908 zur Pflicht Ihn zu suchen, wann immer auch ich einen Anhalt finden würde. Nun glaubte ich ihn gefunden zu haben. Ist der Herr Professor Vorsitzender oder Ehrenmitglied des „Monistenbun-||des“, so muß es richtig sein; und der Gesuchte ist sein Sohn; dann bitte bitte senden Sie mir seine Adresse, oder Ihm meinen Brief. Helfen Sie mir? Er sprach immer so nett von Ihnen; und daß Sie auch so viel wie eben nötig zu ihm ständen. Erfüllen Sie meine Bitte wenn ich die richtige Familie gefunden habe, sollte es wieder Erwarten nicht sein so sind Sie einer Unglücklichen nicht gar zu böse. Haben Sie schon vielen Dank und entschuldigen Sie die sonderbare Adresse, ich wußte mir nicht anders zu helfen.

Achtungsvoll

Marie Bathe

Potsdam. Jägerstr. 18 II. ||

Da mir erst in dieser Woche ein Brief nicht bestellt worden ist, so adressieren Sie bitte bitte Ihre eventuelle Antwort an

Frau A. Schubert.

Berlin W.

Motz Str. 9 II.

Auch der junge Herr möchte dorthin adressieren, ihm sagen die beiden Adressen Alles, Ihnen muß ich unverständlich bleiben, es ist nicht möglich schriftlich jemand alles auseinanderzusetzen. Sind Sie die richtige Dame so haben Sie vielleicht auch noch eine Erinnerung an Potsdam. Nochmals entschuldige Sie die Belästigung, können Sie es so helfen Sie mir bitte.

d. O.

a gestr.: ew

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
24-01-1912
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 8052
ID
8052