Bäumler, Johann Andreas

Johann Andreas Bäumler an Ernst Haeckel, Pressburg, 13. Februar 1909

S. Excellenz Herrn Geheimrath

Professor Dr. Ernst Haeckel.

Hochgeehrter Herr!

Zu den vielen tausenden Gratulationen, welche Ihnen zum vollendeten 75 Lebensjahre wohlverdient zuströmen werden, bitte auch meine gütigst anzunehmen.

Seit ich vor vielen Jahren, Ihre natürliche Schöpfungsgeschichte gelesen habe, gehöre ich zu Ihren Bewunderern u. Verehrern, diese Verehrung hat sich von Werk zu Werk, mit welchen Ihr unvergleichlicher Fleiß, Wissen u. Genie die Denkenden erfreute gesteigert, verdanke ja gleich so Vielen „in der Natur unser aller lieber Heimat“ kein Fremdling zu sein, sowie unzählige freudiger Stunden bei meinen lieben „Zeis“, nur dem, das Sie mir schauen und denken lernten.

Wenn je ein Mensch das Anrecht hätte, von Mutter Natur zu verlangen, das selbe || bei ihm eine Ausnahme mache, so wären Sie es – wie bequem wäre es jetzt für Sie zu beten! – doch Natur kennt nur Gesetzmäßigkeit, gerade diese aber lässt Ihre Verehrer hoffen, das die liebe Natur, die Sie von Millionen mit felsenfester Gesundheit, mit eisernen Charakter, mit beispielloser Arbeitskraft u. -lust ausstattete, auch ihr so herrliches aussergewöhnliches Meisterwerk, dementsprechend lange im Vollbesitze der körperlichen u. dementsprechend auch geistigen Kräfte zur Freude Ihrer werte Familie u. vielen Verehrer erhalten wird.

Möge es Ihnen gegönnt sein, noch viele Jahre sich an dem a mächtigen Baume der entwicklungsgeschichtlichen freien Forschungsresultate, den Sie pflanzten zu erfreuen, dies der Herzenswunsch Ihres in unaussprechlicher

Hochachtung u. Verehrung

Ergebenster

J. A. Bäumler.

Pressburg am 13.II.1909

a gestr.: B

 

Briefdaten

Gattung
Empfänger
Datierung
13-02-1909
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 7949
ID
7949