Bergson, Eduard

Eduard Bergson an Ernst Haeckel, Warschau, 3. Oktober 1875

Warschau, d. 3. October 1875.

Geehrter Herr!

Der Inhalt dieses Schreibens wird Sie gewiß in Erstaunen setzen. Ohne die Ehre zu haben Ihnen bekannt zu sein, erlaube ich mir doch diese Zeilen an Sie zu richten, in der festen Ueberzeugung, daß dieselben Sie nicht beleidigen werden.

Da ich mich im Besitze einer zahlreichen Sammlung von seltenen berühmten Autographen befinde, so nehme ich mir hiermit die Freiheit, Sie ganz ergebenst zu bitten, dieselbe auch noch mit Ihrem werthen Namen, der der ganzen Welt so wohlbekannt ist, bereichern zu wollen.

Wirklich ich muß mich auf den Satz der Bibel: „Klopfet an, so wird auch aufgethan“ berufen, um meine Freiheit vor mir selbst entschuldigen zu können. Ich wage Sie daher um einige Zeilen der || Erwiderung zu bitten, da dies das einzige Mittel ist in den Besitz Ihres schätzbaren Autograph’s zu kommen.

Einer geneigten Erfüllung meines Wunsches entgegensehend, verbleibe ich

mit Hochachtung

Eduard Bergson

(Warschau, Dzika No. 5, Polen)

 

Letter metadata

Verfasser
Empfänger
Datierung
03.10.1875
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 7441
ID
7441