Bleek, Wilhelm Heinrich Immanuel

Wilhelm Heinrich Immanuel Bleek an Ernst Haeckel, Kapstadt, 4. August 1870

Kapstadt, d. 4. Aug. 1870

Lieber Ernst,

Mit der vorigen Post (vor 14 Tagen) habe ich einem Herrn Hübner aus Chemnitz, der hier als Geologe mit einem Bremer Mohr auf den Goldfeldern und später auf unseren Diamantenfeldern war, einen Koranne Schädel für Dich mitgegeben. Ich hoffe Du erhältst ihn richtig obschon || er wahrscheinlich noch nicht angelangt sein wird, da sich Herr Hübner wohl etwas in England aufhalten wird. Solltest Du ihn aber binnen einer genügenden Frist nicht erhalten haben, so wirst Du die Addresse von Hübner von Petermann in Gotha leicht erhalten können. Solltest Du Böhlau sehen, so frage ihn || doch, wie es mit meinem Fabelwerke steht. Ich denke, daß müßte nun schon lange fertig sein. Er hat mir nur eine gewisse Anzahl Aushängebogen vor mehreren Monaten geschickt und dann ist a nichts mehr gekommen. Unsere Diamantenfelder sind wahrscheinlich die reichsten in der Welt, und binnen Kurzem ist es wahrscheinlich, daß doppelt so viele Diamanten von hier exportirt || werden, als von Brasilien. – Ich habe jetzt Gelegenheit häufig Buschmännisch zu lernen. Hier sind jetzt 28 Buschmänner, b hoffe ich sehr ordentlich hinter diese Sprache zu kommen. – Laß mich durch Bonn oder direkt (Earl of Ma. H. H. Fisher, 5 Inkermann Terrace, Kensington, London) wissen, ob Du den Schädel erhalten, und wie es Dir geht. Mit herzlichen Grüßen an Deine liebe Frau,

Dein getreuer Vetter

W. H. I. Bleek

a Text unleserlich gestr.; b Text unleserlich gestr.

 

Briefdaten

Empfänger
Datierung
04-08-1870
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 7053
ID
7053