Bleek, Theodor

Theodor Bleek an Ernst Haeckel, Lippstadt, 20. Mai 1876

Lippstadt 20/5 76

Lieber Ernst!

Als ich eben mein Contobuch durchblättertea, sah ich mit Schrecken daß ich Dir die für Dich angekauften Grundschuldbriefe noch nicht zugeschickt habe. Anbei folgen sie nun (5 Stück à 1500 M = 7500) mit der Berechnung wonach Du mir noch M 439,50 zu zahlen haben würdest. – Ich hatte seiner Zeit Gelegenheit, dieselben || vonb meinen Commissionär zu dem Course von 97½ % zu kaufen, während die Gewerkschaft sie zu je pari emittirte. Da indessen nur ein kleiner Theil abgesezt ist, so ist es möglich, daß auch die Gewerkschaft d.h. der Vorstand einen geringeren Cours limitiren wird; in solchen Fällen wird dieselbe Vergünstigung auch denjenigen Aktionären zu Theil werden, welche, wie Du, bereits c Grundschuldbriefe zu pari genommen haben; alsdann würdest Du || die Coursdifferenz noch zurückerstattet erhalten. – Ueber den richtigen Empfang der Werthpapiere giebst Du mir wohl kurze Nachricht. –

Marie, deren Zustand wieder recht kläglich wurde, ist seit 3 Wochen in Bonn in ärztlicher Behandlung; so bin ich denn wieder Einmal Strohwittwer, was ich leider schon so oft durchgemacht habe. Im Uebrigen geht es uns gut. Hoffentlich bei Euch desgleichen||

Dein, wenn auch nur kurzer Besuch hat uns sehr viel Freude gemacht, hoffentlich wiederholst Du ihn gelegentlich u. dann auch etwas länger. –

Mit herzlichem Gruß, auch an Deine Frau

Dein tr. Th. Bleek.

a korr. aus: durchsoblätterte; sa; b gestr.: zu; eingef.: von; c gestr.: be

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
20-05-1876
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 7041
ID
7041