Bleek, Theodor

Theodor Bleek an Ernst Haeckel, Lippstadt, 11. Februar 1876

Lippstadt d 11/2 76

Lieber Ernst!

Deine Vollmacht habe ich richtig erhalten. –

Für Deine Bemühungen in der Buschmann-Angelegenheit danke ich Dir sehr; ich fürchte allerdings auch, daß hier in Deutschland wenig dafür erreicht werden kann. –

Aus Capstadt haben wir gute Nachrichten; daß am 16. Dezember ein kleines Mädchen angekommen ist, weißt Du ja wohl. Wir sahen der Nachricht mir großer Sorge entgegen; doch ist Alles verhältnismäßig leicht u. gut gegangen und bis zum lezten Brief v. 11. Januar haben sich Mutter & Kind gut gehalten. – In diesem leztern schreibt sie, daß sie durch 2 Briefe von Dir sehr erfreut worden sei, welche sie baldmöglichst beantworten wolle. – || Wir haben inzwischen die sehr überraschende u. zugleich erfreuliche Nachricht erhalten, daß unsere Schwester Anna sich in Leones verlobt hat. Ihr Bräutigam ist ein Hr. Clason aus Bonn, Sohn einer uns befreundeten Familie der seit ¾ Jahre auf der Estanzia der Geschwister ist u. ihnen von Anfang ein sehr angenehmer und zusagender Hausgenosse gewesen war. – Dem armen Philip geht es fortwährend sehr schlecht. Der Besuch der Schwester hat ihn sehr erfreut. Nun wird jedenfalls Anna wohl auch länger dort bleiben. –

Dir lieber Ernst kann ich nun noch (es ist inzwischen der 14. herangerückt) || noch den herzlichsten Glückwunsch zu Deinem Geburtstag sagen. Mögest Du ihn recht vergnügt im Kreise der Deinigen verleben, wie ich das Gleiche für den folgenden Tag von mir hoffe. – Und nun noch Eins: Wenn Du zu Ende März nach Dortmund reist, so hoffen wir bestimmt daß Du mindestens auf dem Hin- oder Rückweg Lippstadt besuchst. Wir würden uns sehr freuen Dich zu sehen.

Grüße Deine Frau herzlichst von uns.

Dein tr. Vetter

Th. Bleek.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
11-02-1876
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 7039
ID
7039