Bleek, Theodor

Theodor Bleek an Ernst Haeckel, Lippstadt, 13. August 1873

Lippstadt 13/8 73

Lieber Ernst!

Zu einer Lehrstelle an unserer Realschule für welche die Facultas doc. in der Chemie u. den beschreibenden Naturwissenschaften erfordert wird, hat sich ein Dr. Frenkel gemeldet, welcher 1868–72 in Jena, darauf ½ Jahr in Halle studirt, dort auch das Oberlehrer Examen gemacht hat, gegenwärtig wieder in Jena sich aufhielt, wo er in einem Privatinstitut des Dr. Keferstein unterrichtet hat und a über seine Befähigung sehr gute Zeugniße vorgelegt hat. Du kennst ihn vielleicht oder hast doch Gelegenheit bei Dr Keferstein oder bei dem Chemiker Prof. Geuther (?) Näheres über ihn zu erfahren. Namentlich kommt es mir, da || die Zeugniße über sein Wißen ausreichende Auskunft geben, darauf an, möglichst Zuverläßiges über seine pädagogische Begabung zu hören. Für eine, möglichst baldige, kurze Mittheilung würde ich Dir sehr dankbar sein. – Hoffentlich trifft dieser Brief Dich noch in Jena u. dann auch recht noch Deine Mutter, die wie Deine Frau ich bestens zu grüßen bitte. –

Solltest Du, wie ich Einmal hörte, eine Reise nach Holland machen, so kannst Du übrigens auf einer Tour sehr gut Lippstadt berühren; Du würdest uns durch Deinen Besuch natürlich sehr erfreuen.|| Bei uns geht es gut d. h. Marie nur verhältnismäßig; die Kinder aber sind sehr wohl, ebenso die kleinen Stadtrichters die wir seit paar Monaten in Pflege haben. –

Leb wohl! In Eile

Dein tr. Vetter

Th. Bleek.

a gestr.: zu

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
12-08-1873
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 7036
ID
7036