Breitenbach, Wilhelm

Wilhelm Breitenbach an Ernst Haeckel, Odenkirchen, 3. Mai 1899

WILH. BREITENBACH

DR. PHIL.

ODENKIRCHEN, DEN 3. Mai 1899

Sehr geehrter Herr Professor,

Ihre Postkarte hat mir meine sehr bedauerliche Vergesslichkeit vor Augen geführt. Ich hatte

die mir freundlichst geliehenen Tafeln nach dem Gebrauch in ein Zimmer stellen lassen und habe sie hier total vergessen. Bitte entschuldigen Sie die Verzögerung, über die ich sehr ärgerlich bin. Die Tafeln sind, in einer Kiste gut verpackt, heute Morgen per Eilgut an das Zoologische Institut abgesandt worden. Hoffentlich kommen Sie noch rechtzeitig an, so dass die Unannehmlichkeiten, die sich ergeben, noch nicht allzu schlimm sind.

Die Tiefsee-Expedition, die soeben zurückgekehrt ist, scheint nach den bekannt gewordenen

Berichten ja erfreuliche Ergebnisse gehabt zu haben. Besonders || merkwürdige Radiolarien scheinen auch gefunden worden zu sein. Die Bearbeitung derselben wird wol Herr Prof. Brandt übernehmen? Werden Sie auch einen Theil des Materials erhalten, vielleicht Medusen? Die Siphonophoren wird sich Herr Prof. Chun sicher selbst vorbehalten.

Hoffentlich wird auch ein allgemeiner Reisebericht herausgegeben, wie bei der Challenger-

Expedition, so dass auch das grössere Publikum mit den Fragen der Tiefseeforschung etwas mehr wie bisher bekannt wird.

Es würde mich von Herzen freuen, wenn ich annehmen dürfte, dass Ihre Gesundheit noch die alte ist und dass es Ihnen in allem gut geht, verehrtester Herr Professor.

Mit den herzlichsten Wünschen für Sie und den besten Grüssen bleibe ich in alter Anhänglichkeit

Ihr sehr ergebener dankbarer Schüler

Dr. W. Breitenbach

 

Briefdaten

Empfänger
Datierung
03-05-1899
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 5972
ID
5972