Breitenbach, Wilhelm

Wilhelm Breitenbach an Ernst Haeckel, Marburg, 3. November 1877

Marburg, 3. November 1877

Verehrtester Herr Professor!

Auf dringenden Wunsch meines Vaters bin ich augenblicklich Diener des Vaterlandes im

hessischen Jägerbatallion 11 in Marburg. Ich würde gern meine Dienstzeit in Jena geleistet

haben, wenn nicht dort das Verhältniß zwischen Officieren und Studenten ein so gespanntes wäre. Sobald das Jahr um ist, werde ich wieder nach Jena kommen, um meine Studien dort fortzusetzen. Die wenigen Stunden, die ich als Soldat || übrig habe, werde ich natürlich möglichst auszunutzen suchen. Namentlich werde ich auch nicht versuchen, Herrn Professor Wigand zu hören.

Die beiden mir freundlichst zugesandten Werke schicke ich Ihnen hiermit mit dem besten

Danke zurück. Daß meine Arbeit nun eine unangenehme Unterbrechung erleidet, werden Sie sich denken können. Neulich erhielt ich durch die Vermittelung des Herrn Dr. H. Müller von seinem Bruder Fritz eine große Anzahl brasilianischer Schmetterlinge. Unter anderem hatte ich Gelegenheit, die interessanten neuen || Beobachtungen von Fritz Müller über Duftschuppen nachzuuntersuchen. Ich hatte gerade dieselben Arten, bei denen Fritz Müller seine Untersuchungen angestellt hat, und konnte dieselben in allen Punkten bestätigen.

Indem ich Ihnen herzlichen Dank sage für die Bereitwilligkeit, mit der Sie alle meine Bestrebungen unterstützt haben, begrüße ich Sie in der Hoffnung auf Wiedersehen in Jena als

Ihr ganz ergebener Schüler Wilhelm Breitenbach

stud.rer.nat .

 

Briefdaten

Empfänger
Datierung
03-11-1877
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 5917
ID
5917