E. C. HEGELER, PRESIDENT DR. P. CARUS, EDITOR
THE OPEN COURT
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THE OPEN COURT PUBLISHING COMPANY
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CHICAGO den 12 Februar 1890
Herrn Professor Haeckel
Universität zu Jena.
Hochgeehrter Herr Professor!
Anbei lege ich einen Brief von Herrn Louis Prang 286 Roxburg Boston bei. Herr Prang (Firma Louis Prang & Co) ist hiera die bedeutendste und best renomirteste Firma in Kunst Lithographie u. Farbendruck. Im Angedenken, an die Bemerkungen, welche Sie in Betreff Ihrer Reiseskizzen gemacht, schrieb ich an Herrn Prang u. machte ihn darauf aufmerksam, daß Sie Ihre Skizzen gern publiciren lassen würden, wenn sich ein Verleger fände – daß Sie bei Ihrer beschränkten Zeit nicht nach einem Verleger suchen könnten. Ich muß hinzufügen, daß Herr Prang ein Gesinnungsgenosse freiheitlicher Auffassungen ist, daß er 1848 von Deutschland fliehen mußte u. daß er Ihnen jedenfalls schon bloß als dem wissenschaftlichen Vertreter seiner Ansichten in jeder Beziehung zuvor kommen wird. Eine Publikation von solchen Bildern ist ja immer ein gewagtes Unternehmen. ||
In Betreff der Zuverlässigkeit u. Ehrenhaftigkeit der Firma können Sie unbedingt der Gradheit u. Aufrichtigkeit von Herrn Prang vertrauen. Ich würde Ihnen rathen das Honorar vom Erfolge abhängig zu machen. Sollte Herr Prang mit der Herausgabe von einem Duzend Blätter Glück haben (was man schwer voraussagen kann, aber es ist eine große Wahrscheinlichkeit), so würde er gewiß nicht zaudern die ganze Sammlung zu übernehmen.
Mit besten Wünschen für einen recht großen Erfolg
Hochachtungsvoll
P Carus
Sie hatten damals gesagt, daß Honorar Ihnen Nebensache wäre; u. ich habe das in meinem Briefe an Herrn Prang erwähnt. Sollte er einen Geschäftlichen Erfolg erzielen, so zahlt Herr Prang – soweit ich seinen Character kenne – auf alle Fälle, ob er gesetzlich verpflichtet ist oder nicht. ||
[beigefügt: Brief von Louis Prang an Paul Carus, Boston, 10. Februar 1890]
L. PRANG & COFINE ART PUBLISHERS.
BOSTON, Febr. 10.1890.
Lieber Doctor,
freut mich Ihre Handschrift wieder einmal zu sehen. Kann nicht sagen ob ich Häckel’s Skizzen verlegen kann, der Wunsch dazu ist sehr lebhaft, möchte die Sachen schon oder doch eine kleine Auswahl davon, sage 1 Dutzend die wohl per Post registrirt gesandt werden könnten adressirt an Louis Prang Boston. Ich glaube daß wenn dieselben als „Skizzen ohne Werth“ bezeichnet der Post überliefert würden ich hier keinen Zoll zu zahlen haben würde. Die Chancen für möglichen Verlust auf der Post sind sehr gering doch möchte ich keine Garantie dafür tragen. Wenn Häckel sich bewogen fühlt zu senden so möchte er doch für ein oder zwei Skizzen die Bemerkungen aufzeichnen || welche er dazu gedruckt zu sehen wünschte.
Wir sind glücklich durch die Hände der Grippe passirt u. eben jetzt Alle ziemlich wohl. Die prächtige Frau Kreter mit der wirb noch am Mittwoch vor acht Tagen lustig in unserem Hause bei einer Parthie Skat einen Abend verlebten ist letzten Montag begraben worden. Ursache des schnellen Todes: innere Verblutung in der Lunge, zwei Stunden nach dem Anfall (Freitag vor acht Tagen) war sie eine Leiche.
Die Kinder saßen ruhig beim Abendessen als die Mutter im Schlafzimmer den letzten Athemzug that. – Es war dieses ein großer Schlag für uns Alle wie Sie sich recht denken können. Wann sieht man Sie wieder einmal? Mutter Heinzen ist eben in New York zu Besuch, wenn hier wohnt sie bei uns u. ist mit ihrem freundlichen ruhigen Wesen ein wahrer Segen für das Haus Prang & Heinzen. Die Großkinder wachsen prächtig heran. Sie sagen nicht wie es Ihnen geht – hätten sich wohl die Zeit dazu || nehmen können. Wir nehmen großen Antheil an Ihnen das sollten Sie wissen.
Gruß Ihrer lieben Frau
Louis Prang
H: EHA Jena, Sign.: A 4918. – 1 Bl., 21,2 x 27,7 cm, egh. Br., 2 S. beschr., gedruckter Briefkopf, Besitzstempel, beigefügt: Brief von L. Prang an Paul Carus, Boston, 10. Februar 1890, 14,6 x 21,1 cm, egh. Br., 3 S. beschr., gedruckter Briefkopf, Besitzstempel.
a eingef.: hier; b eingef.: wir