Knaupp, Wilhelm

Wilhelm Knaupp an Ernst Haeckel, renchen, 13. Januar 1908

Renchen i. B.a Jan. 13/08

Hochgeehrter Herr Prof. Haeckel.

Paaket u. Brief vom 10. d. m. richtig bei mir eingetroffen. Nehmen Sie wärmsten Dank dafür. Daß Sie sich meiner stets so freundlich erinnern freut mich umso mehr, denn ich ersehe, daß auch ein Mann von ganz großer Bedeutung sich auch dem Kleinern zuneigt, zu dem der im erforschen u. Wißen ganz bescheiden zurück tritt, aber im Erfassen des Großen u. || Wahren keinem Andern zurück steht u. so scheinbar getrennte Menschen dennoch ein geistig harmonisch Band umfaßen kann – Ich sog an Ihrer Lehre mich fest bis auf diesen Tag, u. ganz gewiß bis auch auf meinen letzten Tag!

Ihr letztes Werk (Menschen Problem) b das Sie mir so freundlichst zukommen ließen u. für das ich Ihnen wiederholt nicht genug danken kann las ich (wie alles, das von Ihrem Geiste stammt) mit großem Intresse. Sehe ich doch wiederum den unentwegten Forscher u. Lehrer. Möge es Ihnen vergönnt sein noch viele Jahre auf der Bahn der Wahrheit rüstig fortschreiten zu können. Dieß mein sehnlichster Wunsch für das begonnene Neue Jahr! ||

Was das andere, dem Intresse des phyletischen Museum beigelegte anbetrifft, so habe ich bestens davon Notiz genommen u. sollte nicht sofort Ihrem hohem Sinne entsprochen werden, so seien [Sie] überzeugt, von meinem unwandelbaren Sinne zu Gunsten Ihres großen Lebens-Werke ‒

Mitt größter Hochachtung u. Liebe, dankt u. grüß Sie, Ihr ergebener

Wm. Knaupp.

a eingef.: i. B.; b gestr.: la

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
13-01-1908
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 47544
ID
47544