Bauer, Karl

Karl Bauer an Ernst Haeckel, München, 8. März 1910

München. Ungererstr. 8.III. Pfingst-Sonntag 1910

Verehrter lieber Herr | Geheimrat!

Schoensten Dank für Ihren lieben Brief, das interessante Bildnis im roemischen Amphitheater & die prompte Bezahlung der

1200 Mk.

für die 4 lebensgrossen Bildnisse (Lamarck, Goethe, Darwin, Haeckel) für den Archiv-Saal Ihres Phyletischen Museums.

Die noch bevorstehenden Ausgaben für Rahmen, Verpackung & Versendung werde ich später gerne, Ihrer Aufforderung gemäss, Ihnen zur Begleichung vorlegen. ||

Vielen Dank auch für die freundliche Besorgung der Maaße der Wand. Ich bin nun zu der Ansicht gekommen, dass die Bildnisse möglichst tief haengen müssen, damit die Beleuchtung so sehr wie möglich von links oben kommt, wie das Licht im Atelier war, in dem sie gemalt sind. Die aeusserste Höhe waere ein halber Meter vom Boden entfernt. Unter diesen Umstaenden ist es aber besser, wir verzichten auf den rötlich braunen Sockel aus Getäfer in „Pannel-Form“, welchen ich neulich vorgeschlagen hatte.

Alles Weitere wird sich dann am besten besprechen lassen, wenn ich & meine Bilder nach Jena kommen. In 8 – 10 Tagen hoffe ich vollens soweit zu sein, um Ihre Lieben zur Besichtigung ins Atelier bitten zu koennen, die schwarzen Leistenrahmen || werde ich bald bestellen. Zur Zeit arbeite ich noch (auch heute den ganzen Tag) am Zusammenstimmen der Kleider & Hintergründe etc. Die Koepfe lasse ich, wie sie sind.

Wenn die Bilder gut ausgetrocknet sind, will ich sie firnissen, dann eine Woche lang ausstellen, hernach verpacken & absenden.

Mit nochmaligem Dank & herzlichen Grüssen, auch Ihrer hochvererten Frau Gemahlin, von uns Beiden

in getreuer Verehrung

Ihr ergebener

Karl Bauer Maler.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
15-05-1910
Entstehungsort
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 47060
ID
47060