Meyer, Hans

Hans Meyer an Ernst Haeckel, Leipzig, 24. Februar 1915

BIBLIOGRAPHISCHES INSTITUTa

LEIPZIG, 24/II. 15

Lieber Vater,

Bitte lass mich wissen, ob Du am 1. Januar die Zinsen (M. 2200) der an Dich abgetretenen M 110.000 Reichsanleihe u. Preuss. Consols abgehoben hast. Da die Zinsen der von Dir an Liese überwiesenen M 100.000 Reichsanleihe erst am 1. April fällig werden, ich aber die letzten am 1 Juli vorigen Jahres erhalten habe, || würde Liese für das Vierteljahr vom 1. Januar bis 1. April gar keine Zinsen erhalten, während Du sie doppelt erhalten hättest.

Die Verschiebung rührt daher, dass meine an Dich abgetretenen Papiere ihre Zinstermine am 1. Januar und 1. Juli haben, dagegen die von || Dir an Liese abgetretenen am 1 April und 1. Oktober.

Nach der Begleichung dieses Vierteljahres ist die Sache in Ordnung.

Else kam gestern in sehr gehobener Stimmung aus Jena zurück. Sie war sehr erfreut darüber, dass sie Dich zu einer Spazierfahrt hat bewegen können, und will in 14 Tagen wieder hinüber fahren, um weiter für Deine „Lüftung“ zu sorgen. ||

Wahrscheinlich wird dann auch Liese mitkommen, während ich nach Carlsbad reisen werde, um vor dem Semesteranfang meine Leber nochmals auszuspülen. Gleich nach Ostern will ich wieder zurück sein.

Heute kam die verbürgte Nachricht von der Versenkung des zweiten englischen Truppentransportdampfers; pereant sequentes!

Herzliche Grüße, auch an Mama.

Dein

Hans.

a gestr.: Bibliographisches Institut

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
24-02-1915
Entstehungsort
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 46762
ID
46762