Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Charlotte und Karl Haeckel, Colombo 3. Dezember 1881

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Colombo 3 Decbr. 81

Liebe Mutter u. Lieber Bruder!

Ihr werdet durch die an Agnes gerichteten Briefe bereits wissen, daß es mir vortrefflich geht und die ersten beiden Wochen in Ceylon ganz herrlich waren. Hoffentlich geht es so weiter! Ich bin sehr wohl, das Bein ist ganz gesund wieder und ich leider bis jetzt hier von der Hitze weniger als in Bombay.

– Nun zum Geschäftlichen! Ich habe bis jetzt auf meinen Creditbrief nur 500 Rupien (= 1000 Mark oder eigentlich circa 840 Mk), aufgenommen (die Silber-Rupie steht jetzt zu unserer doppeltenb Goldmark nur wie 2:1,2c – nominell ursprünglich 2:1d (ein Pfund Sterling nominell = 10e Rupies, jetzt 12 Rupien) = 20 Mk.) ‒ ||

Ich bitte Dich, lieber Karl, sobald Herr Kaufmann in Berlin darüber Rechnung gelegt hat, mir sofort mitzutheilen, wieviel Ihr dafür zu zahlen hattet, es dürften 860 – 880 Mk sein. Ich kann hier Gold (– ohne Spesen –) durch den Oesterr. Lloyd beziehen und werde das wahrscheinlich in Zukunft thun. Bis jetzt ist die Reise sehr billig, da ich überall die freigiebigste Gastfreundschaft genieße. Die theuren Monate werden die beiden nächsten sein, wo ich sammle und arbeite, und wahrscheinlich ein Haus mieten muß. –

Hoffentlich höre ich bald Gutes von Euch!

Euer treuer Ernst.

Adresse fortdauernd: {Austrian Lloyds Agency, Colombo.f

a Notiz von Karl Haeckel auf S. 1: Anfrage bei Kaufmann d. 17/2 82.; b eingef. und gestr.: doppelten; c korr. aus: 5:12; d korr. aus: 6:12; e korr. aus: 10; f Text weiter am unteren Rand von S. 2: Adresse…Colombo.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
03-12-1881
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 45301
ID
45301