Haeckel, Ernst

Telegramm!

Potsdam Pfingstsonntag 2 Uhr 7 Minuten 43 Scunden in der Lindenstr. 42.

Großes Fest- Diner nach 4stündigem Vormittags Marsch.

Toast auf Jenaische Haeckelei (nebenbei auch Potsdamer) ausgebrachten Professors Alle leben hoch!

Professor zerdrückt Thräne für Gattin in Auge, an die Walter nicht glaubt.

Anwesenheit der anderen Jenenser schmerzlich vermißt.

alte Mutter Lotte

C. Haeckel E. Haeckel Anna. Marie. Ernst. xxx Zeichen vom Friedel. Georg. Julius. Walter.

a ++ !! Zur Kosten- Ersparniß in Briefform gesandt! – ||

[Beischrift von Walter Haeckel:]

Liebe Mama!

schon 2 Tage sind wir in Potsdam wir haben sehr schönes Wetter und ich spiel immer mit Julius der sehr gut gegen mich ist. Wir waren in Halle da ists nicht schön es richt in allen Straßen schlecht. Die Eisenbahnfahrt war sehr lang und ich war froh wie ich hier war. Wir sind von Jena bis Großheringen mit den Herrn Steuer Inspektor Schmid gefahren. Wir farhen [! ] Mittwoch früh nach Berlin, und gehen von 9-12 b in den Zoologischen Garten. Ich habe in Potsdam eine große Parade gesehen und dazu auch Musik. Der kleine Siegfried ist sehr lustig; Ernst geht es wieder gut, er ist jetzt Gärtner. Wir haben bei Onkel Karl einmal gegessen.

Nun lebe wohl liebe

Mama

und vergiß nicht

Deinen Walter

a weiter am Rand von S. 1; b gestr.: nach;

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Empfänger
Datierung
10-06-1878
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 45292
ID
45292