Caesar Schoeller an Ernst Haeckel, Zürich, 18. Mai 1910
Zürich V, 18. Mai 1910
Schanzengasse 14.
Hochverehrter Herr Professor!
Da ich Ihrem Werthen entnahm, daß das Museum noch weitere Anforderungen stellt, sende ich an das Rentamt, meinem Versprechen gemäß, weitere M 7000 zu Ihrer Verfügung. ||
Für die Anfrage der Großherzoglichen Sächsischen Staatsregierung bitte ich dieser meinen allerverbindlichsten Dank zu sagen. Ich weiß sehr wohl von meinen Verwandten in Deutschland, wie hoch dort Orden und Titel geschätzt werden; aber hier in Zürich – Herr Professor Lang wird Ihnen dies gewiß bestätigen – sind || beide nicht gebräuchlich. In diesem Punkt ist ein ungemein großer Unterschied zwischen Deutschland und der Schweiz. Ihre Freundschaft und die stille Anerkennung der hohen Regierung sind mir aber auch völlig Dank genug, und bitte ich höflichst, von allem Weiteren gänzlich abzusehen. ||
Mit den herzlichsten Grüßen an Sie und Ihre hochverehrte Frau Gemahlin, sowie Herrn Professor Plate
Ihr ganz ergebenster
Caesar Schoeller