Cöln/Deutz 11.4.94
Siegesstraße 32.I
Euer Hochwohlgeboren
Werden gütigst verzeihen, daß ich mich als Unbekannter in Folgendem an Euer Hochwohlgeboren mit der Bitte um Rath wende.
Da ich alleinstehend bin und dies auch vermuthlich bleiben werde, so beabsichtige ich für den Fall meines Todes einen Teil meines Vermögens zu || einer Stiftung zu bestimmen, aus deren Zinsen Forschungen im Sinne der von Euer Hochwohlgeboren vertretenen Entwickelungslehre Zuschüsse erhalten sollen.
Euer Hochwohlgeboren wäre ich für eine Mittheilung darüber zu großem Dank verbunden, in welcher Weise wohl die testamentarische Festlegung am besten zu erfolgen haben würde, um die Sicherheit zu erhalten, || daß die Stiftung auch in dem ihr zugedachten Sinne Verwendung findet. Das preußische Cultus Ministerium dürfte wohl, als zur Verwaltung geeignet, in absehbarer Zeit nicht in Betracht kommen, ich bin aber leider nicht in der Lage beurtheilen zu können, ob eine bestimmte Universität oder deren philosophische Fakultät sich für den angegebenen Zweck eignen würde.
Indem ich mir noch gestatte || Euer Hochwohlgeboren um vertrauliche Behandlung instehender Anfrage zu bitten verbleibe ich mit der Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung
Euer Hochwohlgeboren
ganz ergebener
v. Stephanitz
Premierlieutnant und Adjutant des Kürrassier Regiments Graf Gessler (Rheinisches) No. 8.