Max von Stephanitz an Ernst Haeckel, Köln-Deutz, 11. April 1894

Cöln/Deutz 11.4.94

Siegesstraße 32.I

Euer Hochwohlgeboren

Werden gütigst verzeihen, daß ich mich als Unbekannter in Folgendem an Euer Hochwohlgeboren mit der Bitte um Rath wende.

Da ich alleinstehend bin und dies auch vermuthlich bleiben werde, so beabsichtige ich für den Fall meines Todes einen Teil meines Vermögens zu || einer Stiftung zu bestimmen, aus deren Zinsen Forschungen im Sinne der von Euer Hochwohlgeboren vertretenen Entwickelungslehre Zuschüsse erhalten sollen.

Euer Hochwohlgeboren wäre ich für eine Mittheilung darüber zu großem Dank verbunden, in welcher Weise wohl die testamentarische Festlegung am besten zu erfolgen haben würde, um die Sicherheit zu erhalten, || daß die Stiftung auch in dem ihr zugedachten Sinne Verwendung findet. Das preußische Cultus Ministerium dürfte wohl, als zur Verwaltung geeignet, in absehbarer Zeit nicht in Betracht kommen, ich bin aber leider nicht in der Lage beurtheilen zu können, ob eine bestimmte Universität oder deren philosophische Fakultät sich für den angegebenen Zweck eignen würde.

Indem ich mir noch gestatte || Euer Hochwohlgeboren um vertrauliche Behandlung instehender Anfrage zu bitten verbleibe ich mit der Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung

Euer Hochwohlgeboren

ganz ergebener

v. Stephanitz

Premierlieutnant und Adjutant des Kürrassier Regiments Graf Gessler (Rheinisches) No. 8.

Brief Metadaten

ID
45093
Gattung
Brief ohne Umschlag
Entstehungsort
Entstehungsland aktuell
Deutschland
Entstehungsland zeitgenössisch
Deutsches Reich
Datierung
11.04.1894
Sprache
Deutsch
Umfang Seiten
4
Umfang Blätter
1
Format
12,2 x 16,7 cm
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 45093
Abbildungen
Wappen am Briefkopf
Zitiervorlage
Stephanitz, Max von an Haeckel, Ernst; Köln-Deutz; 11.04.1894; https://haeckel-briefwechsel-projekt.uni-jena.de/de/document/b_45093