Haeckel, Walter

Walter Haeckel an Agnes und Ernst Haeckel, Jena, 7. September 1889

Jena 7 September 89.

Liebe Eltern!

Nach zweitätiger langweiliger Fahrt bin ich glücklich in Jena angekommen und sehr freundlich von Tante Clarissa empfangen worden. Die letzten vierzehn Tage in Kochel waren sehr wechselnd. In den ersten acht Tagen hatten wir starken Schnee, Hagel, Wolkenbruch, dann einige Tage wieder gutes Wetter, zum Schluss regnete es natürlich. Unsere schönsten Studien haben wir nicht fertig bringen können. ||

Das Karlsruher Programm habe ich gelesen; soll ich meine Sachen gleich einreichen? – Wenn ich nicht in die Naturklasse kommen kann, möchte ich lieber nach Berlin, da ich sonst in Karlsruhe noch einmal in die Antike müsste, wofür ich bestens danke; in Berlin kommt die Naturklasse vor der Antike. Zu Schönleben werde ich wohl kaum kommen können?? Schreibt mir bitte umgehend darüber! – Ausser einem furchtbaren Katarrh, den ich mir in Kochel beim Arbeiten im Sumpf und Schluchten zugezogen habe – der aber schon im Abnehmen begriffen ist, – geht es mir ganz gut. Tante Clara lässt bestens grüssen! Mit 1000 Grüssen E. tr. Sohn

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Datierung
07-09-1889
Entstehungsort
Entstehungsland
Zielort
Jena
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 44957
ID
44957