Haeckel, Carl Gottlob; Haeckel, Charlotte

Carl Gottlob Haeckel an Bertha Sethe sowie Karl, Hermine und Ernst Haeckel, Bad Eilsen , 15. 17. Juli 1856 , mit Nachschrift von Charlotte Haeckel

Eilsen, 15 Juli 56.

Liebe Bertha, liebe Kinder!

Es ist früh 5 Uhr, nach 14 Tagen schlechten Wetters wieder ein schöner Morgen. Ich kann nicht mehr schlafen und die Gedanken sind noch wach und lebendig. Gestern Abend, liebe Bertha, kam Dein Brief, vorgestern einer von Ernst, der in seiner Angst ein Fieberrecept her schickte. Aber die Freienwalder rühren sich nicht, das ist faules Volk. Wir haben uns in den letzten Tagen abgeschieden von unsern Lieben so nach Nachrichten von Euch gesehnt. Jede Nachricht, wie die kleinen Jungen in Freyenwalde ihr Wesen treiben und wie die Alten mit ihnen zusammen leben, ist hier für uns eine Erquickung. Inzwischen suchen wir hier zu leben so gut es geht. Lotte hat bereits einige Bullen China heruntergeschlukt, und das Fieber ist weggeblieben. Sie nimmt täglich ihre Schwefelbäder und wird nun wohl schwerlicha „in den Schlamm kommen“. (Kunstausdruck der Badefrau für die Moorbäder, die hier ganz vortrefflich sind). Am Tage und Abends lesen wir, Vormittags wird gebadet, gegen Abend streife ich auf Bergen, Wiesen und Wäldern umher, die alle hier sehr schön sind. Die Friederike Bremer hält noch immer vor, es wird fleißig darin gelesen. Vorgestern hat mir Reimer Carl Schwarz (in Halle) Buch „Zur Geschichte der neuesten Theologie“ zugeschikt, welches binnen weniger Wochen schon die 2te Auflage erlebt hat. Bremer, Schwarz, Christenthum, Neger, Nordamerika im Gegensatz zu Europa, der deutsche Bauer, den ich hier auf seinem Hofe aufsuche und der amerikanische Farmer, der preußische Officier (gestern Abend war der alte Hüser mit seinem Schwiegersohn Quednow und Tochter auf eine Stunde hier) und der preußische Junker und der nordamerikanische Plantagenbesitzer in den südlichen Staaten, alles geht mir durch den Kopf und will sich zu Einem Teig verarbeiten. Diese heterogenen Elemente sind nicht [so ] heterogen als sie scheinen. Der europäische Feudaledelmann hat einen Sprung über das atlantische Meer gemacht und ist zum Plantagenbesitzer in den südlichen Staaten geworden, wo er so fest an seinen Sklaven hält, wie der preußische Junker an seinen sogenannten patriachalischen Muken, er dürstet wieder nach der Sklaverei unsrer Bauern, die seiner diskretionairen Gewalt (Worte des Graf Pfeil in der Kammer) unterworfen bleiben sollen und die Junkers (unsere preußischen) schreien zu ihrem Patron nach Hülfe und Schwerin nickt mit dem Kopf und spricht: „Sie soll euch werden.“ Das hilft aber nichts. Die Welt geht ihren Gang, aber unter lauter Kampf und Zank und Streit und so soll es auf dieser Welt sein, ohne Kampf kein Leben, sonst schlafen wir einb und vermodern. Die Bremer ist dann doch in den südlichsten Staaten etwas abgekühlt worden. Die Quintessenz c ihrer Betrachtungen ist die: daß sich in den nördlichen Staaten ein großes Freiheitsleben für die Maßen und großer Fortschritt zu einer menschlichen Ausbildung, auch für die Maßen des Volks entwikelt hat, und so soll es sein. Darin mag unsd Nordamerika vorgehen, das ist für jetzt seine Mission auf diesem Planeten. Gestern Abend kehrte ich bei einem Bergmann im Walde ein, der sich einen Stall zimmerte und zur Bauern Klaße gehört. Er hatte unter den Heßen in Cassel gedient (ein junger Mann) und ich frug ihn aus (NB. Ein Dorf gehört 2en Herrn, die östliche Seite ist kurheßisch und die westliche Bükeburgisch, der Weg mitten durch das Dorf scheidet diese beiden Staaten, auch etwas amerikanisches!). Ich frug also den Bergmann aus, einen jungen, munteren kräftigen Mann und fand doch auch viel menschliches in ihm, die Heßen haben viel Preußisches angenommen und Preußen ist in Norddeutschland der Leithammel. Ich bin bei den Bauern eingekehrt und habe doch auch viel menschliches gefunden. Die norddeutschen Bauern in Holstein, Hannover, Oldenburg, Ost-Friesland strotzen vor Wohlhabenheit. England macht sie reich, wohin sie Vieh, Butter, Eier und Getreide verkaufen. Sie werden mit dem nordamerikanischen Farmer schwerlich tauschen. Also so schlimm ist es bei uns nicht, und Amerika hat seine Junkers auch, wir aber haben noch Fürsten. Wenn diese ihr Handwerk recht verstehen, so können sie sehr wohlthätig wirken. Aber es muß ihnen Zaum und Gebiß angelegt werden, damit sie nicht in den Despotismus hinüberschnappen. Darüber sind wir in guter Arbeit, nur läßt sich das nicht in 10 Jahren abmachen, wir wollen noch eine Null dazu setzen. Dieser Despotismus hat eigentlich die Bremer von Europa abgewendet, und in ihrem Gemüth lebt ein warmes Gefühl für das Wohl der Menschheit. || Aber ich gehe aus Europa nicht hinaus, hier ist mein Tummelplatz. Wenn die Sklaverei in Amerika beseitigt sein wird, sind auch unsre Bauern völlig frei und wenn in Amerika die Menschen mehr zusammenrüken und es von einer starken Bevölkerung bedekt sein wird, dann wird es auch eine dienende Klaße geben, die der unsrigen ziemlich gleich kommen wird. Denn unsre Dienstboten in Berlin laßen sich eben nicht mit Füßen treten. Was aber die Bremer ganz übersieht, ist: Der Reichthum von individuellen Völkern in Europa, wovon jedes sein eigenes Leben hat. Die Nordamerikaner (sie will es nicht Wort haben) sind mehr über Einen Kamm geschoren. Ein solcher Reichthum von Individualitäten wird sich dort nicht entwikeln. Jetzt bekämpfen die Amerikaner die Natur, gehn in die Wildniß, machen sie urbar, das spornt ihre Kräfte an, macht sie unternehmend, sie haben das praktische englische Blut in sich. Wenn wir in Europa nicht die Kriege hätten, wenn die Völker sich nicht bekämpften, schliefen wir ein und diese Kämpfe sollen zugleich unsre innre Freiheit entwikeln. Preußen kann nicht bestehen, wenn nicht das ganze Volk das Schwerdt führt. Dieses muß dem Volk seine Freiheit geben, wie schon seine neueste Geschichte in dem 19ten Jahrhundert zeigt, also: Amerika voran in der Befreiung der niederen Volksklaßen. Wenn es bevölkert sein wird, dann werden sich die Stände mehr scheiden: große Gutsbesitzer, Landbauern, Bürger in den Städten, Handel und Fabrikation. Bei uns in Europa ist dies schon geschieden und nur der Kastengeist wird bekämpft, wir haben unsre Gelehrten und Künstler. Solch eine Welt der Wißenschaft, wie in Deutschland, sollen uns die Amerikaner aufzeigen! Sie können nicht. Was für Geist und Gelehrsamkeit ist in dem obigen Buch von Schwarz und wie arbeiten wir am Christenthum, diesem göttlichen Quell alles Lebens der neuern Zeit! Da ist es nun rührend zu lesen, wie dieses bereits unter die Neger in Nordamerika gedrungen ist. Die Bremer schreibt überhaupt gut. Aber sie überschreitet den weiblichen Kreis, sie will mit den Frommen weiter hinaus als recht und billig ist. –

Das Wesen des Christenthums bei den Negern und unsern kritischen Theologen kann und darf nur Eins sein, nur die Gestalt und Form ist eine andre. Auch unser Bauer kann es in keiner wißenschaftlichen Form auffaßen. Aber der Teufel in der Welt und die Sünden in allen ihren Gestalten, die sollen wir alle aufs Korn nehmen. Sie zu bekämpfen, dazu bedarf es eigner Anstrengung und göttlicher Hülfe und dahin weist uns das Christenthum. In Amerikas nördlichen Staatene tritt der Teufel besonders in der Gestalt des Mammons auf, wie die Bremer nicht läugnen kann, in den südlichen Staaten undf in Europa in Gestalt der Herrschsucht und der Hofarth, die übrigen Sünden fehlen auch nicht. Wir arbeiten in Deutschland jetzt daran, das Christenthum zu reinigen, sein wahres Wesen und Kern kennen zu lernen. Es ist das Salz der Erde, womit uns Gott durch Christum beschenkt hat, dieser göttliche Lebensquell ist seit 1500 Jahren in die europäische Menschheit gedrungen und wirkt befruchtend weiter.

Den 16. Juli.

Ich habe das Buch von Schwarz schon stükweise gelesen. Es giebt eine sehr hübsche Uebersicht des deutschen theologischen Lebens in den letzten 30–40 Jahren. Schwarz ist ein großer Verehrer von Schleiermacher. Dieser hat die Bahn gebrochen für die kritische Theologie und für die Erkenntniß des gereinigten Christenthums und gilt ihm für den Meister. Seit ihm hat die Kritik des neuen Testaments fortgearbeitet und ist zum Theil weiter über das hinausgegangen, was Schleiermacher gewollt. Die Reaktion ist thätig geworden hat und hat die Dinge ins andere Extrem getrieben. Schwarz karakterisirt unsre Theologen, soweit ich sie kenne, sehr treffend. Er bringt das ganze theologische Leben der neueren Zeit in einen innern Zusammenhang und weist diesen Zusammenhang nach, wie es fortschreitet von einer Stufe zur andern bis zu seinem höchsten Extrem (in Feuerbach) und wie andrerseits die Reaktion noch immer im Wachsen ist und den Hengstenberg schon längst überflügelt hat. Das Buch ist sehr freimüthig und doch gemäßigt. Die Reaktionärs werden es freilich der Hölle überweisen. Die Tübinger Schule zeichnet sich durch die Gründlichkeit ihrer Kritik aus. Sie geht aber sehr weit. Nach ihr ist eigentlich Paulus der Hauptverkündiger des Christenthums, die Tradition der Synoptiker unsicher und ungewiß. Ich habe dabei recht an Papa gedacht, der sich gegen mich öfters in ähnlicher Weise äußerte. Das Schwarzsche Buch würde ihm sehr konveniren. Aber davon will ich nichts wißen, daß, wie es g nach der Tübinger Schule scheint, das Christenthum nur so allmählich durch die Apostel etc.h in die Menschheit eingedrungen sein soll. Vielmehr mit einem Schlage hat es sich durch göttliche Anordnung in Christo geoffenbart. Dieser ist unser Herr und Meister. Alle Unsicherheit und Ungewißheit in uns wird durch sein göttliches geoffenbartes Wort niedergeschlagen. Mögen es die Apostel verschieden || aufgefaßt haben, petrinisch oder paulinisch. Ueberall tritt die göttliche Natur ihres Meisters hervor, überall wird er von ihnen als Herr und Meister anerkannt. Wie wäre das möglich, wenn sich das Christenthum nicht in ihm personificirt hätte! Also weg mit einer Kritik, die mir Christum raubt, grade an seiner Persönlichkeit ist mir gelegen. Aber der Hegelianismus hat die Tübinger wahrscheinlich irre geführt. Ich werde nun das Schwarzsche Buch studiren und dann weiter berichten.

Donnerstag 17. Juli Nachmittags. So eben sind Eure Freienwalder Briefe angekommen, wie haben wir sehnlichsti darauf gewartet. Die Familienbande gehören doch zum größten Glük unsres Lebens. Sie sind der sichere Hafen, indem wir ausruhn, wenn es auch draußen noch so sehr stürmt. Wie sehr vermißen wir Euch hier in unsrer Einsamkeit und Zurükgezogenheit. 3 Tage haben wir schönes Wetter gehabt. Gestern gegen Abend kam ein Gewitter, nun ist es wieder rauher und kälter geworden. 2 Tage nach unserer Ankunft hier trat 14 Tage schlechtes Wetter ein, kalt, täglich 6–7 mahl Regen, dann wurde es wärmer. Dazuj nun Mutters Krankheit 6–7 Fieberanfälle, die ersten erkannten wir gar nicht. Nun hat Mutter einige Bullen China geschlukt und das Fieber ist weggeblieben. Sie nimmt nun die China in anderer Gestalt fort und hält strenge Diät. Sie ist sehr herunter, war ganz ohne Appetit, der nun allmählich wieder kommt. Wir haben ein schönes gesundes Zimmer (täglich für 1 rℓ) und auch ein Schlafzimmerchen (täglich für 6 sg). Die Aussicht auf eine schöne Wiese, die jedoch nicht sumpfig ist. Das Thal ist nicht breit, dann kommen sogleich die schön bewaldeten Berge, in die wir mit größter Lust hineinschauen. Das Bad ist sehr wirksam. Lotte hatte ehe sie herkam so viel Schmerz im Mark der Beine, das hat sehr nachgelaßen. Wir baden jetzt fleißig, Lotte hatte 13 Bäder, ich 12. Wir sind heute nun schon 3 Wochen hier. Schlammbäder wird Lotte nicht nehmen. Vor dem 3 August werden wir wohl schwerlich wegkommen. Ueber unsre Weiterreise wird Mutters Befinden entscheiden. Ich wünsche 14 Tage nach Aurich und 14 Tage nach Bonn. Auch mich greift die Kur an, sie wird mir hoffentlich gut thun. Denn das Reißen in den Beinen inkommodirt mich seit Jahren und war in der letzten Zeit stärker geworden. Die Gesellschaft ist hier nicht groß. Wer nicht krank ist, kommt nicht hieher und doch ist die Gegend so schön. Die Gäste sehe ich meist nur früh auf der Promenade, wenn ich Waßer trinke. Bremer und Hamburger Kaufleute, Oekonomen aus Oldenburg und Holstein etc. Auch an ergötzlichen Erscheinungen fehlt es nicht, eine junge reiche Holländerin mit ihrer Tante, der heirathslustige Herren sehr die Kur machen, unter anderm ein Plantagenbesitzer aus Havanna, der plötzlich abgereist ist. Er soll bereits anderweit verlobt sein. –

Ein Kaufmann aus Hamburg nebst junger Frau. Er ältlichg , hat Besitzungen in Brasilien, sie ist kokett und läßt sich von jungen Männern die Kur machen. Dienstags gewöhnlich Ball, zu dem sich die jungen Officire aus Minden einfinden, da wird geklatscht genug und die kleine Badewelt hat ihre chronique scandaleuse! –

Mutter und ich leben dagegen ganz gesetzt. Ich lese ihr sehr viel vor. 7 Bändchen von der Bremer haben wir schon durchgelesen. Sie ist auf der Insel Cuba, die ja ein wahres Paradies sein muß. Aber die große Hitze, die Insekten, die Sklaverei!! In den schönsten Ländern zeigt sich mit das größte menschliche Elend. Auch macht die allzu freigebige Natur die Menschen theils verschwenderisch, theils faul. Es giebt viel freie Neger in Cuba, die sich mit wenigem begnügen, mit einem kleinen Besitzthum zufrieden sind und nicht nach Afrika zurük wollen. Afrika und Amerika haben durch das Tropenklima einen innern Zusammenhang. Die tropische amerikanische Erde verlangt Neger zu ihrer Bestellung. Auch diese Verhältniße werden sich mit der Zeit beßern. –

Wie ganz anders in unserm Norden. Da muß der Mensch durch Arbeit der Natur die Früchte abringen. Das macht ihn tüchtig und erhält ihn kräftig. Haben wir auch wenig Sommer, so haben wir doch auch einen großen Theil des Jahres keinen drükenden Sommer und wir in Deutschland keine drükende Kälte. Erwägt man alles, so können wir immer noch mit dem Kleinen, das allerdings besser sein könnte, zufrieden sein. Die Extreme in Amerika liegen doch viel näher beisammen, die nördlichen Staaten von Nordamerika, New Orleans und die Insel Cuba, welch ein Contrast gegen sie. || Auf diese Freiheit von Extremen in Europa machte schon Ritter vor einigen Monaten aufmerksam. Aber wir haben freilich in Europa viel zu thun, um uns zur Freiheit empor zu arbeiten, was nur allmählich geschehen kann. Preußen ist das germanisirte Slawenland an der Elbe, Oder und Weichsel. Da schmekt es noch sehr nach den früheren Eroberungen und der Feudalität, daher dort die vielen großen Güter, während am Rhein und in Westphalen die stattlichen Bauernhöfe dominiren. Diese Provinzen hat die Vorsehung dem preußischen Staat zugetheilt, damit er auch rein germanische Elemente in sich faße und sich nicht von Deutschland losreiße. Das will den Junkers in den östlichen Provinzen nicht schmeken. Daraus und mit der europäischen Gesamtentwikelung zusammenhängend gehen denn die Kämpfe zwischen Liberalismus und Feudalismus hervor, die unser innres politisches Leben bilden. – Auch die europäische Sitte, die nach Amerika übergegangen, ist mir in der Schilderung der Bremer aufgefallen. Diese Sitte ist ein wesentliches Element der europäischen Menschheit geworden, es ist ihr Ballanzug, die gute Toilette des äußern Lebens, welche die Schönheit im menschlichen Umgang darstellen soll. Schleiermacher maroquirt die feine Sitte sehr häufig in seinen Schriften. Sie herrscht mit großer Gewalt und verschönert das Leben; l sie kann auch mitunter zur Karrikatur werden, auch die Laster verdeken helfen. Sie gleicht dem polirten Diamanten, während der Kern des Lebens im einfachen Bauern noch in gesunder Rohheit vorhanden ist. Sieht man die äußern Erscheinungen des Lebens näher an, so hat am Ende doch jede ihre Bedeutung und man söhnt sich mit den Gegensätzen mehr aus. –

Nun liebe Bertha! Du wirst es diesen Sommer wohl etwas ruhiger haben. Julius und Frau, die wir herzlich grüßen, werden nun wohl bald abreisen und ihr lieben Kinder in Freyenwalde werdet hoffentlich ein recht hübsches Familienleben führen, nur schreibt uns nicht zu selten auch das geringste von Euerm Familienleben intereßirt uns. Daß Du in Carl einen so anhänglichen Gehülfen erhalten hast, freut mich sehr. Unser Ernst mag dagegen arbeiten und schwitzen, es wird ihm höchst heilsam sein, daß er eine Zeit lang den anatomischen Profeßor machen muß. Wie wohlthätig ist ihm der Besuch in Würzburg gewesen. Helenen grüßt ja recht herzlich, es freut uns, daß sie eine Zeit lang mit Euch zusammen sein wird. Und nun genug für heute. Euer Alter

Vater Haeckel

[Nachschrift von Charlotte Haeckel ]

Auch meinen herzlichen Gruß an Euch Lieben alle, und den schönsten Dank für Eure Briefe, wodurch Ihr mir große Freude gemacht. Du, liebe Bertha, wirst nun wohl bald jugendliches Leben um Dich haben, halte Dich nur recht frisch. Und nun, meine liebe kleine Mitze muß ich Dich noch um was bitten, wenn jetzt Hermann läuft und die abgelegten Strümpfchen von Karlchen bekommt, so laß ihn doch die ganz engen so fest gestrickten nicht tragen es war mir immer so schrecklich, wenn Karoline das Füßchen von Karl so winden und pressen mußte beim Anziehen, und ich habe Sorge ob Karlchens Füßchen dabei die Schwäche bekommen hat. Nun lebt wohl und seid alle recht innig gegrüßt von Eurer alten Mutter .

Unsre Marie lasse ich auch grüßen.m

a eingef.: schwerlich; b eingef.: ein; c gestr.: ist; d korr. aus: unser; e eingef.: nördlichen Staaten; f eingef.: in den südl. Staaten und; g gestr.: schei; h eingef.: durch die Apostel etc.; i eingef.: sehnlichst¸ j gestr.: Aber; eingef.: Dazu; k eingef.: ältlich; l gestr.: sie ist eine –; m Text weiter auf dem linken Rand von S. 4–2: immer so schrecklich …. auch grüßen.

 

Briefdaten

Datierung
17-07-1856
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
A 44134
ID
44134