Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Max Henning, Jena, 21. Februar 1909

Jena 21.2.1909.

Hochgeehrter Herr!

Ihren Wunsch, meinen letzten öffentlichen Vortrag (bei der Darwin-Feier am 12.2., hier gehalten) in Ihrem „Freien Wort“ zu veröffentlichen, konnte ich zu meinem Bedauern deßhalb nicht erfüllen, weil ich ihn bereits vorher meinem Verleger Alfred Kröner zugesagt hatte. Unmittelbar nach dem Vortrage wurde ich durch einen poetischen Epilog überrascht, den meine Schülerin, Fräulein Maria Holgers, im Namen meiner Anhänger und Schüler an mich richtete. Die weihevolle Abschieds-Szene machte auf das Auditorium tiefen Eindruck. || Da vielseitig der Druck dieses schönen (– von Fräulein Holgers selbst gedichteten, vielfach auf Goethe sich beziehenden) Epiloges gewünscht wurde, sende ich Ihnen beifolgend das Manuscript, mit der Anfrage, ob Sie es im „Freien Wort“ veröffentlichen wollen? Sollten Sie es nicht annehmen, so bitte ich um baldgefällige Rücksendung.

Hochachtungsvoll grüßend

Ihr ergebener

Ernst Haeckel

P. S. I. Fräulein Maria Holgers (aus Baden – früher dramatische Künstlerin, jetzt in Berlin wohnhaft, – Burggrafen-Str. 7. III –) hat sich mehrfach schriftstellerisch betätigt und würde wohl auch geeignet sein, für das „Freie Wort“ aesthetische und kunstkritische Beiträge zu liefern. –

P. S. II. Da ich die Direktion des Zoolog. Instituts, zugleich mit seiner Bibliothek, am 1. April an meinen Nachfolger, Professor Plate abgebe, bitte ich mir das „Freie Wort“ nicht mehr, wie bisher, direkt dorthin zu senden. Ich werde es von da an für mich durch die Buchhandlung von Rassmann beziehgen.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
21-02-1909
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 43420
ID
43420