Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Wilhelm Bölsche, Jena, 6. März 1914

An Wilhelm Bölsche, Friedrichshagen.

Jena 6.3.1914.

Liebster Freund!

Verzeihe, daß ich Dir erst heute, 14 Tage nach meiner Rückkehr, meinen innigsten Dank für alles das Liebe und Gute sage, was Du aus Anlaß meines 80. Geburtstages für mich getan hast: Die prächtige „Physiognomische Studie“ in meinem biographischen Bilderbuch, Deine schöne Festrede in München und die sonstigen Beweise Deiner unverbrüchlichen – mir ganz besonders wertvollen! – Freundschaft, haben mir in diesen unvergeßlichen Wochen die größte Freude bereitet! ||

Die 8 Tage vom 12. bis 19. Februar verbrachte ich still und sehr angenehm bei meinen Kindern und Enkeln in Leipzig. Inzwischen sammelte meine Frau (– die seit 6 Monaten nicht aus dem Haus gekommen ist, sich aber jetzt leidlich wohl befindet –) hier 1600 Postsendungen (circa 600 Telegramme aus aller Welt, 500 Briefe 300 Karten, 200 Adressen und Geschenke verschiedenster Art! Ich hoffe sehr, daß Du mich bald einmal hier besuchst; ich kann Dir Viel zeigen und erzählen!

Mit herzlichsten Grüßen und besten Wünschen für Dich und Deine liebe Familie

treulichst Dein alter

Ernst Haeckel

(„Patriarchus octogenarius“).

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
06-03-1914
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
Biblioteka Uniwersytecka we Wroclawiu
Signatur
Handschriftenabteilung, Böl.Hae.168
ID
42301