Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Wilhelm Bölsche, Jena, 18. Juli 1908

Jena 18. Juli 1908.

Lieber Freund Bölsche!

Hoffentlich hältst Du Deine Zusage und kommst zu unserem Universitäts-Jubilaeum, und zur Einweihung des Phyletischen Museums nach Jena. Da Du mein bester Biograph und treuester Freund und Mitarbeiter bist, darfst Du die persönliche Teilnahme an diesem „einzigartigen“ historischen Akte (– dem „letzten Aufflackern meines schwachen Lebensflämmchens! –) Dira nicht entgehen lassen. Du mußt am 29. Juli hier eintreffen und bis 2. August bleiben. Das Fest verspricht sehr schön und interessant zu werden. || Leider kann ich Dich nicht in meiner Villa Medusa beherbergen, da das Haus geschlossen ist. Meine Frau, die seit 3 Monaten an den Folgen einer schweren Influenza leidet, ist zu einer längeren Bade-Kur in Lobenstein. Die beiden Dienstmädchen mußten wir entlassen. Falls Du noch kein Quartier bestimmt hast, bitte ich Dich, mir baldigst zu schreiben; ich werde Dir dann ein Zimmer besorgen. Ich habe alle Hände voll zu tun! Also nur noch in Eile herzlichste Grüße an Dich und Deine liebe Frau, die hoffentlich mitkommt. (Allerdings sind die Frauen (wegen Platzmangel) an einem Teil der Festlichkeiten ausgeschlossen.).

Dein alter

E. Haeckel.

a eingef. mit Einfügungszeichen: Dir

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
18-07-1908
Entstehungsort
Entstehungsland
Zielort
Mittel-Schreiberhau
Besitzende Institution
Biblioteka Uniwersytecka we Wroclawiu
Signatur
Handschriftenabteilung, Böl.Hae.132
ID
42263