Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Wilhelm Bölsche, Jena, 3. April 1905

Zoologisches Institut

Der Universität Jena.

Jena 3.4.1905.

Lieber Freund Bölsche!

Eben schreibt mir Herr Liebling (Vertreter von Jules Sachs, Concert-Direction) – Beide mir unbekannt –, daß für meinen Vortrag der Saal der Sing-Akademie für Freitag, 14.4., Abends vorläufig belegt sei. Er bittet dringend um baldige Entscheidung. Ich habe eben geantwortet, daß ich morgen (Dienstag) telegraphisch antworten werde. Ich bin noch unschlüssig. Einerseits habe ich schon lange auf öffentl. Vorträge verzichtet. Andererseits ist der Wunsch, noch einen (letzten) Vortrag in Berlin zu halten, neuerdings so oft geäußert, || daß ich ihn im Interesse unserer guten Sache wohl erfüllen möchte (– ganz abgesehen von dem hohen Honorar – 600 Mk –). –

Ich würde über „Entwickelungslehre und Kirchenglaube“ sprechen, mit besonderer Hinsicht auf den interessanten actuellen „Fall Wasmann“.

– Da ich auf Ihr Urteil ganz entscheidendes Gewicht lege, bitte ich, mir morgen Vormittag telegraphisch kurz zu antworten (und lege Betrag des Telegr. bei). Ich würde wohl 13. – 21.4. in Berlin bleiben.

Mit herzlichem Gruß in Eile

Ihr

E. Haeckel.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
03-04-1905
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
Biblioteka Uniwersytecka we Wroclawiu
Signatur
Handschriftenabteilung, Böl.Hae.112
ID
42240