Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Wilhelm Bölsche, Jena, 1. April 1905

Zoologisches Institut

Der Universität Jena.

Jena 1.4.1905.

Lieber Freund Bölsche!

Ich denke Mitte April (vielleicht zwischen 14. u. 21) auf einige Tage nach Berlin zu kommen und würde gern auf einige Stunden zu Ihnen kommen, um mancherlei Wichtiges mit Ihnen zu besprechen. Falls Ihnen mein Besuch paßt, bitte ich mir den Ihnen genehmsten Tag mitzuteilen (und auch die Stunde).

Heute erhielt ich aus Berlin von der „Concert-Direction Jules Sachs“ (Potsdamer Str. 96a) die Aufforderung, im April – („in einem der vornehmsten Sääle Berlins, Bethovensaal oder Sing-Akademie“) – einen populärwissenschaftl. Vortrag zu halten – Honorar 600 Mk. ||

Aus beiliegender „Erklärung“ (von 1901) ersehen Sie, daß ich schon seit 4 Jahren auf öffentliche Vorträge verzichtet habe. Indessen würde ich vielleicht in diesem Falle eine Ausnahme machen, weil grade aus Berlin neuerdings mehrfach der dringende Wunsch geäußert wurde, ich möchte dort einen Vortrag über Entwickelung halten.

Kennen Sie Jules Sachs? Würden Sie mir raten, seine Einladung anzunehmen? Bitte freundlichst um baldige Antwort, da ich so eben an Sachs geschrieben habe, ich würde eventuelle Zusage definitiv bis Mittwoch geben.

Mit besten Grüßen

Ihr alter

E. Haeckel.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
01-04-1905
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
Biblioteka Uniwersytecka we Wroclawiu
Signatur
Handschriftenabteilung, Böl.Hae.111
ID
42239