Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Wilhelm Bölsche, Jena, 2. August 1893

Villa Haeckel. Jena, den 2. August 93

Lieber Herr Bölsche!

Die Correctur des Artikels habe ich gestern erhalten und gleich an die Druckerei in Marburg zurückgeschickt; Ihrem guten Rathe entsprechend habe ich noch die Höhe der Hamann’schen Geldforderung beiläufig eingefügt. Der Prozeß (– der Ende Septbr. hier zur Verhandlung kommt –) wird noch merkwürdige Dinge ans Licht bringen! Meine Freunde sind sehr gespannt auf den Ausgang; ich werde Ihnen Bericht für die „Fr. Bühne“ schicken. ||

In einigen Tagen gehe ich auf 3–4 Wochen nach Gastein (zur Cur eines alten Rheumatismus, der mich öfter plagt). September bin ich größtentheils in Jena; es würde mich freuen, wenn Sie mich einmal besuchten und unser Thüringer „Universitäts-Dorf“ (mit Ihrer lieben Frau Gemahlin!) inspicirten. Mitte October komme ich auf 8 Tage nach Berlin und statte Ihnen vielleicht einen kurzen Besuch in Friedrichshagen ab. ||

Für Ihre schöne Sommerfrische in Rügen wünsche ich Ihnen recht schönes Wetter und viel Vergnügen!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Ernst Haeckel.

P. S. Fast hätte ich vergessen Ihnen den besonderen Dank meiner Frau abzustatten, für die liebenswürdige (– und wie ich fürchte viel zu gute! –) Characteristik ihres Gatten in dem trefflichen „Hausschatz des Wissens“!

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
02-08-1893
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
Biblioteka Uniwersytecka we Wroclawiu
Signatur
Handschriftenabteilung, Böl.Hae.26
ID
42151