Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Julius Grober, Jena, 25. Juli 1917

Herrn Prof. Dr. Julius Grober

Bukarest (Etappen-Inspektion 15).

Jena, 25. Juli 1917.

Lieber Herr Kollege!

Heute erhielt ich (über Dresden) das wertvolle Kistchen, durch welches Sie meine magere Kriegs-Speisekammer gütigst bereichern: 5 [Pfund] feines Rumänisches Weizenmehl und 40 wohlbehaltene Eier! Ich beeile mich, Ihnen meinen herzlichsten Dank dafür auszusprechen.

Als literarischen Ausdruck desselben sende ich Ihnen beifolgend meine „Ewigkeit“ (1915), „Gott-Natur“ (1914) und die „Festrede“ (Phyletisches Museum) vom 30. Juli 1908 (vor 9 Jahren). ||

Sollten Sie gelegentlich noch etwas Proviant für mich „erhamstern“ können, so würde ich für weitere Zusendung sehr dankbar sein, da die Ernährung in unserm lieben Jena immer schwieriger wird – (wenn man nicht das Glück hat, zu der Arbeiter Armee Zeiss-Schott (12.000 Mann) zu gehören!). Natürlich bitte ich sehr, Rechnung für Ihre Auslagen beizulegen.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen

Ihr ergebener

Ernst Haeckel.

P. S. An Freund Gregor Antipa in Bukarest beste Grüsse; ich habe ihm für sein großes Werk: Fischerei in Rumaenien – kürzlich gedankt. ||

Jena 25. 7. 1917

Mittwoch Abend.

P. S. Eben im Begriff, meinen Dankbrief nebst literarischen Beilagen abzuschicken, erhalte ich Ihr zweites Kistchen, mit 7 [Pfund] sehr willkommenem Weizen-Gries! Auch dafür herzlichsten Dank!

Ernst Haeckel.

 

Briefdaten

Verfasser
Empfänger
Datierung
25-07-1917
Entstehungsort
Entstehungsland
Zielort
Bukarest
Besitzende Institution
ThULB Jena, Abt. Handschriften und Sondersammlungen
Signatur
Autographensammlung J. Grober, Bl. 84
ID
41286