Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Wilhelm Breitenbach, Jena, 25. Februar 1908

[gedrucktes Dankschreiben]

Jena, den 17. Februar 1908.

Zur Feier meines 74. Geburtstages sind mir am 16. Februar von nah und fern sehr zahlreiche Beweise freundlicher Gesinnung und Anerkennung zu Teil geworden: Briefe und Telegramme, Blumenspenden und wertvolle Geschenke. Ausser Stande, allen Gebern persönlich meinen herzlichen Dank auszusprechen, bitte ich ihn in diesen Zeilen entgegen zu nehmen.

Ganz besonderen Dank schulde ich jenen Freunden, welche in sinnreich ausgeführten Kunstwerken meine „Kunstformen der Natur“ geschmackvoll verwertet haben; nicht minder jenen Gönnern, welche wertvolle Beiträge für den Ausbau meines „Phyletischen Museums“ gestiftet haben. Diesen kann ich zugleich mitteilen, dass dessen Rohbau jetzt vollendet ist und dass die innere Ausstattung demnächst beginnen soll.

Ernst Haeckel. ||

25.2.08.

Lieber Herr Doktor!

Dem Dank für Ihre Glückwünsche zum 74. Geburtstage füge ich zugleich den Dank für die erste Nr. Ihrer Zeitschrift: „Neue Weltanschauung“ bei, der ich besten Erfolg wünsche. Freilich halte ich die übermäßig wachsende Zahl der Zeitschriften für bedenklich; aber die Umstände für unsere monistischen Bestrebungen sind gerade jetzt günstig, wo unsere fanatischen Feinde für uns arbeiten. Reinke und Dennert, Holle und Schwarzkopf, Pius X und Wasmann. Also: „Glückauf “! ||

Ihren Plan einer Sammlung kleiner Biographien der Naturforscher, die sich um Entwicklungslehre, Darwinismus und Monismus verdient gemacht haben, halte ich für gut.

Casp. Fr. Wolff hat Alfred Kirchhoff 1868 geschildert (Jena. Zeitschr. f. N. Bd. IV, S. 193).

Lamarck , his life and work, hat 1901 Packard beschrieben (London, Longmans, 450 S.).

Ich sitze vor Beantwortung von 160 Gratulations-Schreiben aus aller Welt!

Also nur noch in Eile frdl. Gruß.

Ihr

E. Haeckel.

 

Briefdaten

Verfasser
Datierung
25-02-1908
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
Archiv des Helmholtz-Gymnasiums Bielefeld
ID
41067