Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Helene Freifrau von Heldburg, Jena, 1. April 1918

Jena 1. April 1918.

Hochverehrte Gnädige Frau!

In treuer und dankbarer Erinnerung an den hohen Festtag des 2. April, an dem Sie in früheren glücklichen Jahren den Geburtstag Ihres hohen unvergesslichen Gemahls in schönster Stimmung feierten, drückte ich Ihnen in Gedanken die Hand. Leider kann ich nur wenige Worte schreiben, da ich in der letzten Woche wieder zwei schwere Anfälle von Herzschwäche aushalten musste. Für die schönen Schneerosen, die Sie mir vor einigen Wochen sandten, muss ich aber doch noch in aller Eile meinen herzlichsten Dank sagen! Ich bin jetzt, nachdem der 84.ste Geburtstag eine lange Reihe kostbarer Erinnerungen wieder neu belebt hat, recht lebensmüde und hoffe spätestens im nächsten Herbst die ersehnte letzte Reise (in die „Ewige Ruhe“ des Nirwana) anzutreten.

Mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen Ihr treu ergebener

Ernst Haeckel.

 

Briefdaten

Verfasser
Datierung
01-04-1918
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
Thür. Staatsarchiv Meiningen
Signatur
Hausarchiv, NL Helene von Heldburg, Nr. 422/III
ID
40052