Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Helene Freifrau von Heldburg, Jena, 30. Dezember 1894

Jena, 30.12.1894.

Hochverehrte Gnädige Frau!

Gestatten Sie mir, Ihnen und Ihrem Durchlauchtigsten Herrn Gemahl meine besten und aufrichtigsten Glückwünsche für das beginnende Jahr 1895 zu senden. Mögen Sie Beide sich in demselben stets ungetrübter Gesundheit erfreuen und das viele Schöne, was uns Natur und Kunst in diesem unvollkommenen Erden-Dasein jederzeit zur Erquickung bietet, voll genießen. ||

Vorgestern Abend hatte ich auf dem fröhlichen Polter-Abend von Fräulein Charlotte Eggeling die Ehre, Seine Hoheit Prinz Fritz zu begrüßen und bei Tische neben seiner Frau Gemahlin zu sitzen. Durch dieselben erfuhr ich zu meinem lebhaftem Bedauern, daß Seine Hoheit der Herzog in letzter Zeit sowohl an den Augen als am Gehör leidend war. Ich hoffe und wünsche, daß Hochderselbe demnächst ganz wiederhergestellt sein wird. ||

Für den freundlichen Brief, den der Herr Herzog mir am Tage vor der Abreise von Altenstein zu schreiben die Güte hatte, bitte ich demselben noch meinen besonderen Dank zu sagen. Ich gedenke der beiden höchst angenehmen Tage die mir im November dort bei Ihnen zu verweilen vergönnt war, noch mit größtem Vergnügen. Hoffentlich halten Sie Beide Ihr gütiges Versprechen und schenken uns im kommenden Sommer in Jena die hohe Ehre Ihres Besuches. ||

Zunächst hoffe ich, daß Ihre und Ihres Herrn Gemahls Gesundheit wieder ganz hergestellt ist. Mit der Bitte, mich dem Herrn Herzog ehrerbietigst zu empfehlen, bleibe ich

in aufrichtiger Verehrung

Ihr ganz ergebener

Ernst Haeckel.

 

Briefdaten

Verfasser
Datierung
30-12-1894
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
Thür. Staatsarchiv Meiningen
Signatur
Hausarchiv, NL Helene von Heldburg, Nr. 87
ID
39969