Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Helene Freifrau von Heldburg, Jena, 13. Dezember 1893

Jena, den 29. Novbr 1892.

Hochverehrte Gnädige Frau!

Für Ihren freundlichen Brief und die gütige Einladung zu einem Besuche in Meiningen sage ich Ihnen meinen herzlichen und aufrichtigen Dank; und bitte Sie, auch Ihren Durchlauchtigsten Herrn Gemahl denselben auszusprechen. Sehr gern werde ich, wenn es die Umstände erlauben, Ihnen bald einmal den längst beabsichtigten Besuch abstatten; im October war ich nahe daran, Sie in Altenstein zu begrüßen. || Allein auswärtiger Besuch verhindere damals meinen beabsichtigten Ausflug in‘s Werra-Thal.

Diesen Winter sitze ich hier festgebannt an einer größeren und schwierigen wissenschaftlichen Untersuchung, die mir sehr am Herzen liegt. Unter solchen Umständen kann ich mich schwer auf einige Tage losmachen; und selbst dann ist nicht Viel mit mir anzufangen, da mir solche größern Aufgaben gewöhnlich Tag und Nacht keine rechte Ruhe lassen. ||

Da Sie aber in so liebenswürdiger Weise mir die Freiheit gestatten, mich bei günstiger Gelegenheit und Zeit bei Ihnen anzumelden, werde ich sicher so bald als möglich davon Gebrauch machen.

Mit großer Freude erfuhr ich aus Ihrem Briefe, daß sowohl Sie, Gnädigste Frau, als der Herr Herzog, wieder ganz der alten Gesundheit sich erfreuen, und in Altenstein einen genußreichen Herbst verlebt haben.

Mit dem Wunsche andauernden Wohlbefindens und dem Ausdrucke aufrichtiger Verehrung bleibe ich

Ihr ganz ergebener

Ernst Haeckel.

 

Briefdaten

Verfasser
Datierung
13-12-1893
Entstehungsort
Entstehungsland
Besitzende Institution
Thür. Staatsarchiv Meiningen
Signatur
Hausarchiv, NL Helene von Heldburg, Nr. 87
ID
39957