Haeckel, Ernst

Ernst Haeckel an Charlotte Haeckel, Jena, 27. August 1885

Jena 27. Ag 85

Liebste Mutter!

Für Deine lieben beiden Briefe danke ich Dir herzlich. Ich werde mit dem Einzahlen an die Westfalia warten, bis Carl zurück ist, um Alles reiflich zu überlegen. Ich denke am 12 Sept zu Dir kommen. Es braucht ja erst am 15. eingezahlt zu werden. Carl kommt am 11. zurück.

– Vor Allem bitte ich Dich nun dringendst, liebe Mutter, Dir wegen der dummen Westphalia keinerlei Sorge zu machen! || Ich habe ja, wie Du weißt, soviel zusammengespart, daß die Westfalia-Verluste (– selbst wenn Alles verloren ist –) mich nicht wesentlich bedrängen, und auf alle Fälle kann ich Dich reichlichst unterstützen. Ich bitte Dich daher dringendst, liebste Mutter, daß Du Dir Nichts abgehen läßt, und recht kräftig issest und trinkst, und Dich gut pflegen läßt. Ich kann Dir sofort tausend Mark schicken, wenn Du brauchst. ||

Wir sind sehr vergnügt und munter und freuen uns unserer schöne Reise-Erinnerungen. Ich hoffe, daß die Reise für beide Kinder von großem Nutzen gewesen ist.

Gestern hatte ich Besuch von meinem lieben alten Schulfreunde Ludwig Finsterbusch. Es geht ihm recht gut. Er ist seit 2 Jahren auch Hausbesitzer in Mülheim a/Ruhr.

– Walter ist wieder in Gera.

– Mit herzlichsten Grüßen von uns Allen.

Dein treuer Ernst.

 

Briefdaten

Gattung
Verfasser
Datierung
27-08-1885
Entstehungsort
Entstehungsland
Zielort
Potsdam
Besitzende Institution
EHA Jena
Signatur
EHA Jena, A 38933
ID
38933